Dr. Gudrun Banniza-Raftopoulos berät für Müttergenesungswerk in Melsungen

„Eine Kur ist kein Urlaub“

Sie weiß Rat: Dr. Gudrun Banniza-Raftopoulos informiert Müttern und auch Vätern über das Angebot des Müttergenesungswerkes und hilft, die richtige Kur zu finden und sie zu beantragen. Foto: Kamisli

Melsungen. „Das Familienleben ist zunehmend belastet“, sagt Dr. Gudrun Banniza-Raftopoulos. Pflegebedürftigkeit von Angehörigen, höhere Ansprüche in der Erziehung, Migrationshintergrund und Erwerbstätigkeit der Mütter seien nur einige Ursachen.

„Wenn dann noch eine unvorhergesehene Belastung wie etwa Krankheit dazu kommt, kann das System kippen“, sagt Banniza-Raftopoulos. Die 60-Jährige berät für das Müttergenesungswerk im Kirchenkreis Melsungen jeden Donnerstag Frauen und vereinzelt auch Männer, die Rat suchen, wenn die Belastung zu groß wird.

Die Mutter-Kind- und Mütterkuren, das stellt Banniza-Raftopoulos klar, sind entgegen vieler Vorurteile aber kein Erholungsurlaub, sondern es handelt sich um medizinische Vorsorge oder Rehabilitation, die von Krankenkassen finanziert wird und für die ein Attest vom Arzt vorliegen muss. Es müsse auch im Vorfeld klar ein Ziel definiert werden, was die drei Wochen für den Alltag danach bringen sollen.

Antrag bei der Krankenkasse

„Nicht immer ist eine Mutter-Kind-Kur auch die richtige Lösung“, sagt die 60-Jährige. Die Beratung, die vom Kirchenkreis Melsungen finanziert wird, ist für die Ratsuchenden kostenlos. Sie sei zunächst ein Angebot, um in einem geschützten Raum über Probleme zu sprechen und sich zu informieren, welche Chancen und Möglichkeiten die Kuren bieten und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, sagt Banniza-Raftopoulos.

Sie unterstützt beim Ausfüllen der Formulare, beantwortet Fragen und stellt, wenn möglich, auch den Antrag bei der Krankenkasse. „Wichtig ist: die richtige Maßnahme, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort “, sagt sie. Deshalb sei auch die Wahl der richtigen Klinik ein wichtiger Faktor – auch dabei unterstützt sie die Ratsuchenden.

Ist die Kur genehmigt, klärt die Beraterin die Frauen über den Ablauf auf. „Ich versuche ihnen auch zu vermitteln, wie wichtig es ist, in diesen drei Wochen die Chance zu nutzen, ganz bei sich zu sein und die Welt sich drehen zu lassen“, sagt die 60-Jährige. Die Nachsorge gehört ebenso zum Angebot des Müttergenesungswerkes, wie die Unterstützung beim Widerspruch gegen einen abgelehnten Antrag. • Kontakt: Beratung nach telefonischer Terminvereinbarung donnerstags von 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr in Melsungen im Lutherhaus, Tel. 05661/1790

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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