Günstige Kredite gefährden Haushalte im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Günstige Kredite und steigende Schulden - diese Kombination entwickelt sich zu einer Gefahr für die kommunalen Haushalte im Schwalm-Eder-Kreis.

Denn während Städte, Kreis und Gemeinden momentan noch vergleichsweise wenig Geld für Zinszahlungen aufbringen müssen, könnte sich dies in Zukunft ändern.

Von einer „tickenden Zeitbombe“ spricht Dr. David Rauber vom Hessischen Städte- und Gemeindebund. Denn die Ausgaben der Kommunen wachsen rasch, oft handelt es sich um Geld für Pflichtaufgaben. Der einzige Ausweg sind oftmals neue Schulden.

„Das sehr niedrige Zinsniveau überdeckt im Moment die Folgen der nach der Wirtschaftskrise stark gestiegenen Schulden“, sagt Rauber. Obwohl die Verschuldung seit 2008 stark gestiegen sei, zahlten die Kommunen nicht mehr Zinsen als vor Ausbruch der Wirtschaftskrise.

So lagen die Zinssätze für Kassenkredite 2008 bei bis zu fünf Prozent, heute sind es etwa ein bis 1,5 Prozent. Was das für die Haushalte bedeutet, zeigt sich am Beispiel des Landkreises: Knapp 60 Millionen Euro Kassenkredite machen bei einem Zinssatz von einem Prozent 600 000 Euro Zinsen. Stiege der Zinssatz wieder auf fünf Prozent, wären es dagegen drei Millionen Euro. Es sei richtig, dass steigenden Zinsen ein Risiko darstellten, bestätigt Rainer Fritsch von der Kämmerei des Kreises: Eine Erhöhung in absehbarer Zeit sei aber nicht zu erkennen. Zudem habe man keine Wahl: „Die Kommunen haben zu über 90 Prozent pflichtige Aufgaben wahrzunehmen.“

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Von Göran Gehlen

Quelle: HNA

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