Günter Bodenhorn informiert Senioren über Sicherheit im Internet und an der Haustür

Vorsicht bei Haustürgeschäften: Ältere Menschen sollten besonders aufpassen, dass Sie niemanden ins Haus lassen, den sie nicht kennen. Foto: Abdreas Rother/nh

Malsfeld. Günter Bodenhorn ist seit drei Jahren ehrenamtlicher Sicherheitsberater für Senioren in Malsfeld. Er wurde von der Polizei geschult und berät ältere Menschen über Kriminalitätsthemen und Möglichkeiten der Vorbeugung.

Was macht ein Sicherheitsberater für Senioren?

Günter Bodenhorn: Wir kümmern uns hauptsächlich um den Schutz vor Einbruch und geben Tipps für die Sicherheit im Haus. Haustürgeschäfte und Betrügereien am Telefon oder im Internet sind weitere Themen.

Warum brauchen Senioren dafür eine eigene Unterstützung?

Bodenhorn: Gerade ältere Senioren sind oft unsicher im Umgang mit den Medien, auch beim Telefonieren. Sie lassen sich leicht in ein Gespräch verwickeln, weil sie vielleicht einsam sind oder auch unbedarft. Heute ist die Nummer, die im Display des Telefons erscheint, nicht unbedingt die Nummer, von der aus angerufen wird.

Sind Senioren wirklich leichte Opfer?

Bodenhorn: Es gibt spezielle Betrugsmaschen, die auf ältere Leute abgestimmt sind. Auf dem Land leben viele Senioren alleine, die Kinder sind verzogen, weil sie in Großstädten arbeiten. Da sind sie für Betrüger oft leichte Opfer. Auch weil viele nicht gut informiert und vielleicht nicht mehr so fit sind oder weil sie körperlich eingeschränkt sind.

Es gibt eigens dafür Ausspähtrupps, die das recherchieren und auch heraus bekommen, wo etwas zu holen ist, auch wenn sie nicht sofort zur Tat schreiten. An manchen Häusern werden Punkte angebracht, die darauf hinweisen. Den Bewohnern fällt das meist gar nicht auf.

Wie bekommen Sie Kontakt zu der Zielgruppe?

Bodenhorn: Ich werde oft zu Veranstaltungen eingeladen. Letztens war ich bei den Landfrauen und habe referiert. Manchmal sprechen mich die Leute auch direkt an, wenn sie Hilfe brauchen. Aber das ist eher selten. Die Hemmschwelle ist aber sicher geringer, wenn jemand wie ich, der etwa im gleichen Alter ist, informiert. Die Kontakte zum VdK helfen auch.

Was ist ihnen dabei bisher aufgefallen?

Bodenhorn: Die meisten haben keine Ahnung davon. Die Menschen müssen aufgeklärt werden. Sie müssen dafür sensibilisiert werden, wo die Schwachstellen sind. Aber wenn ich über bestimmte Themen spreche, wachen sie oft auf. Dann kommen ganz gezielte Fragen und die Menschen beschäftigen sich damit und handeln.

Wovor haben die Senioren dann am meisten Angst?

Bodenhorn: Die Sicherheit im Haus steht bei vielen an erster Stelle. Die zusätzliche Sicherung der Türen mit Bändern, das Montieren einer Pilzkopfverriegelung an Fenstern sind einige Tipps. Wir kommen auch mit Sicherheitsbeauftragten der Polizei ins Haus und informieren dann ganz gezielt. Wenn dann jemand etwas tun möchte, verweise ich auf seriöse Firmen, die das umsetzen.

Was können Senioren konkret tun, um sich vor unseriösen Haustürgeschäften zu schützen?

Bodenhorn: Da gilt generell: Ein klares und selbstbewusstes Auftreten ist wichtig. Man muss aufpassen, dass keiner den Fuß in die Haustür bekommt und sollte niemanden herein lassen. Ich schaue etwa immer auf die Füße und bitte die Leute freundlich aber bestimmt, einen Schritt zurückzutreten. Und unterschreiben sie nichts.

Vor einiger Zeit ging der Enkeltrick um. Was können Senioren dagegen tun?

Bodenhorn: Am Telefon muss man besonders aufpassen. Ich rate immer: Sag niemals Ja. Es geht ja nicht nur um den Enkeltrick. Ein Vertrag ist schneller geschlossen, als man glaubt. Manche nutzen Aufzeichnungen, fragen Belangloses, auf das der Angerufene mit einem Ja antwortet und das wird dann ausgeschnitten und als Vertragsszustimmung genutzt. Also sagen Sie niemals Ja am Telefon und lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln.

Viele sind heutzutage im Internet unterwegs, welche Tücken lauern dort?

Bodenhorn: Auch hier sind viele unsicher und es kann ungewollt zu Vertragsabschlüssen kommen, weil man vielleicht irgendwo zugestimmt hat. Man sollte nichts bestätigen und ich rate immer, wenn es dann passiert ist: Geben Sie nicht klein bei. Beharren Sie auf ihrem Recht.

Informationen: Günter Bodenhorn; Tel. 05661/92897720 oder ov-malsfeld@vdk.de

Quelle: HNA

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