Lenker verlässt die Bühne

Günter Laudenbach stirbt unerwartet im Alter von 66 Jahren

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Günter Laudenbach

Loshausen. Sein Dorf und die Pflege des Schwälmer Brauchtums waren ihm eine Herzensangelegenheit – Loshausen verliert einen Freund: Günter Laudenbach ist tot. Unerwartet starb er mit 66 Jahren.

24 Jahre lang lenkte Laudenbach als Vorsitzender die Geschicke der Schwälmer Tanz- und Trachtengruppe Loshausen. In diesen Jahren prägte Laudenbach den Verein und steckte viel Herzblut hinein. Unvergessen für viele, dass er sich bei den Fahrten zu den Auftritten der Trachtengruppe häufig selbst ans Steuer setzte – er hatte einen Busführerschein.

 „Unser Chef lenkt nicht nur den Verein, sondern auch den Bus“, hieß es damals. Insbesondere die Musik- und die Singgruppe des Vereins lagen ihm am Herzen, dort war er auch nach seiner Zeit als Vereinsvorsitzender noch aktiv. Engagement war dem Loshäuser eine Selbstverständlichkeit. „Jede Manege braucht einen Clown“, soll einer seiner Sinnsprüche gewesen sein.

Fast zwei Jahrzehnte prägte Günter Laudenbach als Ortsvorsteher das Bild von Loshausen. In dieser Zeit galt es, die Projekte der Dorferneuerung anzustoßen, die Kulturscheune wurde gebaut und Loshausen nahm am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil. Laudenbach war Motor in der Partnerschaft zum ungarischen Ort Babarc. Unvergessen auch die Organisation der Festwoche anlässlich der 900-Jahr-Feier im Jahr 2006. Günter Laudenbach sei ein Mann der Tat gewesen und habe Menschen motivieren können, sagen Wegbegleiter über ihn.

Günter Laudenbach arbeitete in der JVA

Diese Eigenschaften – ebenso wie die Fairness, die ihm zugesprochen wird – kamen Laudenbach auch in seinem beruflichen Leben zupass. Bis zu seinem Ruhestand vor sechs Jahren hat der Loshäuser im Ziegenhainer Gefängnis gearbeitet. Dort leitete er die Metallwerkstatt – machte daraus einen Vorzeigebetrieb. 

Ihm sei es gelungen, Pädagogik und praktische Ausbildung zu verzahnen, wurde er bei seiner Verabschiedung gelobt. Der Metallverarbeitung blieb er treu: Noch am Wochenende vor seinem überraschenden Tod soll er in Sachen Metallausbildung unterwegs gewesen sein, wird berichtet.

Freunde beschreiben ihn als fröhlichen, lebensbejahenden Mann, der wusste, was er wollte. Auch nach dem Tod seiner Frau im März vor vier Jahren versuchte er, nach vorne zu blicken. Viele konnten auf seine Verlässlichkeit bauen: „Er stand zu seinem Wort“, sagt man in Loshausen über ihn.

Mit seiner Lebenspartnerin, seinen Kindern und Enkeln trauern die Loshäuser und Weggefährten über die Region hinaus um Günter Laudenbach. 

Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung, Sonntag, 18. März, ab 14 Uhr, Kirche Loshausen

Quelle: HNA

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