Der Deutsche Gewerkschaftsbund beging den 1. Mai traditionell im Themenpark des Bergbaumuseums Borken

Gute Arbeit und was sie bedeutet

Traditionelle Töne zum Tag der Arbeit: Der Knappenchor Borken sang im Themenpark des Bergbaumuseums. Fotos: Eberlein

Borken. Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB hatte für dieses Jahr den Leitspruch „Gute Arbeit. Soziales Europa“ ausgegeben. Und so war das Inhalt der Rede zum 1. Mai von Roland Blumenauer (Verdi Nordhessen) in Borken.

Den Tag der Arbeit beging der DGB im Themenpark des Borkener Bergbaumuseums. Klaus Schelberg, Vorsitzender des DGB-Ortsvereins Borken eröffnete die Veranstaltung und stellte die Themenschwerpunkte vor. Vor allem mit dem Mindestlohn und dem Entsendegesetz beschäftige sich der DGB, außerdem mit Tarifautonomie, Teilzeitarbeit und Befristungen, Datenschutz der Beschäftigten, Betriebsratswahlen, Leiharbeit, Werksverträgen, Minijobs und Gleichstellung. Kurz gesagt: Es gebe viel zu tun, so Schelberg.

Bevor Hauptredner Blumenauer sprach, spielten die Borkener Bläser und sangen die Mitglieder des Knappenchors Borken .

„Gute Arbeit, soziales Europa – Was bedeutet das eigentlich?“, fragte Blumenauer zum Beginn und gab sich selbst die etwas drastische Antwort: „Wir dürfen nicht nur an unseren Arsch denken, sondern an die Leute, die unten stehen.“ Als langjähriger Betriebsrat, Ehrenamtlicher bei Verdi und nun als Sekretär des Fachbereichs Postdienste, Speditionen und Logistik wolle er sein Gerechtigkeitsempfinden einbringen, so gut er könne.

„Wir dürfen nicht nur an unseren Arsch denken, sondern an die Leute, die unten stehen.“

Roland Blumenauer

Das durch seinen Vorgänger Manuel Sauer gut bestellte Feld habe bereits Früchte getragen. So habe man bei der Firma Rudolph Logistik die Anbindung an den Tarifvertrag erreicht und auch bei der Verpackungslogistik Kassel seien Tariferfolge zu verbuchen.

Zu guter Arbeit gehört für Blumenauer neben dem Mindestlohn, an dessen uneingeschränkte Umsetzung er noch nicht glaube, auch ein Renteneintrittsalter mit 63 Jahren und die Integration von Arbeitnehmern aus anderen Herkunftsländern. „Multikulti war für mich immer ein Anreiz mich einzusetzen für diese Beschäftigten. Die brauchen eine Stimme, die sie selber nicht haben.“.

Nicht gerade spritzig war die Rede von Blumenauer, aber er sprach brandaktuelle Themen an, die die Arbeitnehmer zurzeit und auch in Zukunft beschäftigen.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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