Kein Abriss

Moderne Wartehalle und öffentliche Toiletten: Guxhagener Bahnhof wird saniert

Guxhagen. Der Guxhagener Bahnhof bleibt vom Abriss verschont. Das ergab die Gemeindevertretersitzung. Nun soll das in die Jahre gekommene Gebäude grundlegend saniert werden.

Dass der Bahnhof nicht abgerissen werden soll, beschlossen die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung mit 16 Ja- und 12 Gegenstimmen. Das Konzept für die weitere Nutzung sieht vor, eine moderne Wartehalle sowie öffentliche Toiletten einzurichten.

Die restliche Fläche soll vermietet beziehungsweise verpachtet werden, um Einnahmen zu erwirtschaften.

Der Erhalt des Gebäudes sei die richtige Entscheidung, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Reiner Kramm. Der Bahnhof stehe – als bald schon historisches Gebäude – auch für die Entwicklung und den wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinde Guxhagen. „Ohne ihn würde hier etwas fehlen“, so Kramm. Der Erhalt würde außerdem das soziale Leben vor Ort bereichern und einen positiven Impuls für die innerörtliche Entwicklung setzen.

Ähnlich sah dies auch Nicolo Martin von der Gemeinschaftsliste Freie Wähler Guxhagen: Die hervorragende Finanzlage ermögliche der Gemeinde großen Gestaltungsspielraum beim Bahnhofsprojekt. Außerdem gebe es bereits Interessenten. Wegen der Mieteinnahmen bestünde somit kein Grund zur Sorge, sagte Martin.

Die Entscheidung ist jedoch nicht unumstritten, Kritik kam aus den Reihen der CDU: Die Entscheidung zur Sanierung des Bahnhofes sei vorschnell getroffen und nicht gründlich genug abgewogen worden, bemängelte CDU- Fraktionsvorsitzender Martin Graefe. Man habe den Bürgermeister im Vorfeld um die Prüfung von vier weiteren Varianten gebeten, dies sei aber nicht passiert.

„Das Gebäude befindet sich aus unserer Sicht in einem sehr maroden Zustand – die tatsächlichen Sanierungskosten sind da kaum zu kalkulieren“, warnte Graefe. Darüber hinaus habe die Gemeinde noch andere Gebäude in ihrem Besitz, die bereits laufende Kosten verursachten. Statt der Sanierung hätte man einen Abriss und einen verkleinerten, günstigeren Neubau einer Wartehalle für wünschenswert gehalten, sagte Graefe.

Gegenwärtig rechnet die Gemeinde wie berichtet für die Bahnhofssanierung mit Kosten von fast 1,4 Millionen Euro. Durch Förderungen entfiele auf die Gemeinde ein Anteil von 960 426 Euro. Hinzu kommen jährliche Kosten in Höhe von 54.000 Euro, unter Berücksichtigung von Miet- und Pachterträgen. Sollten sich im Zuge der Ausschreibung die geplanten Kosten für die Sanierung erheblich steigern, behält sich die Gemeinde vor, das Projekt auf Beschluss der Gemeindevertretung zu stoppen, es im Antrag der GL-Fraktion, den das Parlament mehrheitlich beschloss. 

Weiterhin beschlossen die Gemeindevertreter eine Änderung des Bebauungsplanes „Gänsegarten II“, welche eine geplante Erweiterung des Rewe-Marktes um 400 Quadratmeter ermöglicht, sowie auf Antrag der SPD-Fraktion, die Möglichkeiten einer Sanierung der Guxhagener Sportplätze auszuloten.

Quelle: HNA

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