Habichtswaldsteig: Wanderung jetzt auch ohne Gepäck möglich

Zierenberg. Der Habichtswaldsteig lockt schon seit vergangenem Jahr die Wanderer an, nun gibt es für sie einen weiteren Service. Dabei wird das Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft transportiert, während die Wanderer sich auf das Nötigste beschränken können.

Sie sind Neulinge und schon Feuer und Flamme. Das Ehepaar Barbara und Ernst Rowitz aus Walsrode in Niedersachsen wandert zum ersten Mal. Gemeinsam mit ihrer Tochter Anna haben sie sich für ihre Premiere den Habichtswaldsteig ausgesucht.

Und damit für jene 85 Kilometer lange Route, die Wanderer von Zierenberg an den Edersee führt und die vor einem halben Jahr eingeweiht wurde. Die drei sind zudem die Ersten, die beim Verkehrsverein Breuna das Pauschalangebot Wandern ohne Gepäck gebucht haben. „Ich hatte keine Lust, beim Wandern meinen Schlafanzug mit mir herumzuschleppen“, sagt Barbara Rowitz (58). Der und das übrige Gepäck werden von Unterkunft zu Unterkunft chauffiert. Lediglich Proviant, Regenklamotten und Karte tragen die Rowitz’ auf dem Rücken.

Aufmerksam auf die Region seien sie über einen Zeitungsartikel geworden. Auf den hatte sie eine Bekannte gestoßen. Nachdem die Kanareninsel La Gomera und eine Fahrt nach Südfrankreich als zu weit befunden wurden, wollte die Familie die Osterferien für eine ausgedehnte Wanderung nutzen. „Der Harz war uns aber zu nah“, sagt Anna Rowitz (18). Und so landeten sie auf dem Habichtswaldsteig. „Hier gefällt es uns gut“, sind sich die Erstwanderer einig und loben die Schönheit der Landschaft.

Die Arbeitsgemeinschaft Habichtswaldsteig und das Verkehrsamt Breuna haben das Angebot zum gepäckfreien Wandern entwickelt. Sechs Betriebe beteiligen sich daran, in fünf davon übernachten die Wanderer. Claudia Thöne von der Arbeitsgemeinschaft erwartet, dass vor allem Personen ab 50 Jahren auf das Angebot zurückgreifen werden. Schon einige Gruppen hätten gezielt nachgefragt und gebucht.

Über die Internetseite www.habichtswaldsteig.de, Fachmessen und Artikel in Fachzeitschriften wird der Premiumwanderweg zusammen mit den zahlreichen Extratouren beworben. Zur Premiere wurden die Rowitz’ aus Norddeutschland in der Schutzhütte auf dem Dörnberg mit einem Picknick überrascht. Stefan Frankfurth, Inhaber des Hotels Emstaler Höhe, hatte seine Delikatess-Suppe vom Habichtswaldschwein aufgefahren, dazu gab es Apfelsaftschorle von Streuobstwiesen aus der Region.

Dennoch gibt es gerade hinsichtlich der gastronomischen Infrastruktur entlang des Steigs noch Nachbesserungsbedarf, weiß Thöne. Einige Gasthäuser böten erst ab 17 Uhr Speisen an. Das sei für Wanderer, die den ganzen Tag unterwegs seien, etwas dürftig. Sie strebt einheitliche Öffnungszeiten an, die längere Tagesabschnitte abdecken.

Quelle: HNA

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