Erzählcafé des Kultur- und Geschichtsverein: Erinnerungen an die Sander Feuerwehr

Alter Zeitungsbericht über den Brand in Sand. Fotos:  Michl

Merxhausen. Mit einer solchen Publikumsresonanz hatte Hartwin Neumann, Vorsitzender des aus 81 Mitglieder bestehenden Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal, nicht gerechnet.

Für das Erzählcafé über die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Sand hatte er mit seinen Mitstreitern im Saal der Vitos-Klinik in Merxhausen 80 Stühle gestellt, gekommen waren jedoch über 120 Besucher.

Und die erfuhren von Heinrich Wilhelm und Walter Hohbein unter Moderation von Jens Siegmann nicht nur in Geschichten, Anekdoten und Episoden in Momentaufnahmen etwas über die Höhen und Tiefen der Sander Brandschützer in Wort und Bild. Zugleich brachten sie selbst aus ihren Erinnerungen Erlebnisse zum Thema ein. Das ist auch Sinn und Zweck jedes Erzählcafés.

Erinnerung an alte Zeiten: Das Feuerwehrgerätehaus von Sand.

Den verheerenden Brand Anfang der 1930er-Jahre in der Ortsmitte kannten auch die älteren Erzählcafé-Besucher aber nur noch vom Hörensagen. Bei dem Riesenbrand, so die Schlagzeile in der damaligen Tageszeitung, „stand in dem stillen Dörfchen Sand ein halbes Dorf in hellen Flammen.“ Auf einer Seite der eng bebauten Straße legte das rasant um sich greifende Feuer auf mehreren 100 Metern Länge die dort stehenden Häuser bis auf die Grundmauern in Schutt und Asche - darunter acht Geschäfte.

Offiziell wurde die Freiwillige Feuerwehr Sand mit 37 Männern unter dem ersten Brandmeister August Wöllenstein 1934 aus der Taufe gehoben. Wobei es natürlich in Sand, wie in anderen Gemeinden auch, schon vorher einen Brandschutz gab. Im Gründungsjahr erhielt die Wehr auch ihre erste Motorpumpe. Sie war mit den anderen Feuerwehrgerätschaften in einem Schuppen untergestellt. Das örtliche Spritzenhaus - befand sich gegenüber dem heutigen Geschäft Elektro-Heitmann.

Während des Zweiten Weltkrieges sorgten auch Frauen für den Brandschutz. Nach der Wiedergründung der Feuerwehr im Jahr 1949 gab es in Sand auch die ersten weiblichen Einsatzkräfte im Landkreis Wolfhagen.

Heinrich Wilhelm und Walter Hohbein erinnerten sich, dass sie mit anderen Kameraden ein neues Löschfahrzeug beim Hersteller abholen mussten. Auf der Heimfahrt gerieten sie unverschuldet in einen Unfall. Beim Abbremsen schleuderte das Auto an die Leitplanke. Hohbein: „Wir hatten Bürgermeister Werner versprochen, ein neues Fahrzeug zu holen und lieferten ein beschädigtes ab.“ Bei der Präsentation wurde die demolierte Seite des Feuerwehrautos so dicht an ein Haus gefahren, dass man den Schaden nicht sehen konnte. (zih)

Quelle: HNA

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