Begegnungszentrum in Homberg lud in der Woche gegen Rassismus zum Austausch

Ein Hallo am Suppentopf

Hühnersuppe mal anders: Selina Wipperfeld, Elke Grüneberg, Antonina Brill und Daad Mustafdaad servieren Hühnersuppe mit Nelken und somalische Teigtaschen. Foto: Thiery

Homberg. Was gibt es Schöners, als sich gegenseitig zu bekochen, das Essen zu kosten und darüber ins Gespräch zu kommen? So auch bei der Aktion des Begegnungszentrums in der alten Sparkasse in Homberg. Beim Schlemmen von Kokossuppe aus Sri Lanka, russischem Borschtsch oder usbekischer Lammsuppe kamen sich Homberger und die Menschen aus vielen Ländern näher.

„Wir wollen, dass die Leute zusammen kommen und Essen ist ein guter Anlass dafür“, sagte Klaus Herz, Leiter des Stadtentwicklungsvereins. Der Verein hatte daher in der Woche gegen Rassismus zum Suppenabend eingeladen. Die ausländischen Teilnehmer der Sprachkurse und Angebote im Stadtteilzentrum kochten elf Suppen aus ihrer jeweiligen Heimat und stellten ein buntes Buffet zusammen.

Pfannkuchen somalische Art

Daad Mustafdaad hatte 70 Pfannkuchen nach somalischer Art gebacken, die zu afghanischem Hähncheneintopf mit Kichererbsen und Reis, russischem Borschtsch oder usbekischer Lammsuppe gegessen werden konnte. Es wurde wild gemixt. Und es gab auch deutsche Küche, Erbsensuppe mit Sauerkraut.

Volker Dittschar kam mit der ganzen Familie, plauderte mit Niroja Chandramohan aus Sri Lanka und erkundigte sich nach der Zubereitung der Garnelen für die Kokossuppe. „Wir wollen etwas tun und nicht nur darüber reden, Menschen aus dem Ausland zu integrieren“, sagte er. Es müsse mehr Gelegenheiten geben miteinander ins Gespräch zu kommen. „Jede Freundschaft hat mit einem ersten Hallo angefangen“, sagte auch Klaus Herz. Und ein leichteres Thema als Essen gebe es kaum.

Elke Grüneberg setzte das gleich um. „Bei uns gibt es auch Hühnersuppe, aber Nelken kommen da nicht rein“, bemerkte sie erstaunt zu Antonina Brill. Die Besucher waren erstaunt über die Vielfalt und fragten nach Zutaten und Rezepten.

Erstmals waren Flüchtlinge aus dem Asylbewerberheim dazu eingeladen und knüpften Kontakte. Es gehe auch darum, dass sich die Menschen verschiedener Nationen kennen lernen, denn auch da gebe es viele Unterschiede.

„In Homberg leben Menschen aus 80 Nationen“, sagte Klaus Herz, viele im Bahnhofsgebiet. Dort beträgt der Ausländeranteil neun Prozent, die Hälfte der Bewohner sind Aus- und Übersiedler. „Jeder Zweite hier hat eine andere Heimat.“ Das Stadtteilzentrum werde von ihnen sehr gut angenommen. 700 Menschen im Monat besuchen die Angebote. Auch Initiativen haben sich gegründet, wie Kinderchor und eine Aerobicgruppe. (zty) REZEPT

Quelle: HNA

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