Heimat- und Geschichtsverein Habichtswald betreibt originalgetreue, historische Schmiede in Ehlen

Handwerk wie vor 100 Jahren

Jahrelange Erfahrung: Lothar Keßler arbeitet in der historischen Dorfschmiede in Ehlen, seit der Heimat- und Geschichtsverein sie 1994 fertig renoviert hat. Fotos: Kessler

Ehlen. Einen der ältesten Berufe – den des Schmiedes – kann man an der Ehlener Kohlenstraße kennenlernen: Dort betreibt der örtliche Heimat- und Geschichtsverein eine Dorfschmiede wie vor hundert Jahren.

„Die historischen Waffen beeindrucken besonders Schulkinder“, erzählt Egon Jordan vom Heimat- und Geschichtsverein Habichtswald. Der Verein wurde 1991 gegründet und übernahm 1994 die Schmiede, die seit 1980 brachlag. „Der alte Schmied war gestorben und der neue Besitzer ist Mitglied unseres Vereins“, erklärt er.

Schmiede steht seit 1891

Seit 1891 gibt es die Schmiede in Ehlen, und bis auf einen zusätzlichen Deckenbalken und elektrisches Licht befindet sie sich im Originalzustand. Lothar Keßler, der sich besonders für die Zeit der Antike interessiert, stellt hier seit Jahren seine römischen Waffen von Hand her.

Damit erregte er die Aufmerksamkeit von Jan Carlo Del Tedesco. Vor vier Jahren hatte der heute 16-Jährige Keßler angesprochen, da er sich auch für die Antike interessiert. „Lothar Keßler hatte schon damals eine komplette Römerausrüstung. Er hat dann angefangen, mir das Schmieden beizubringen“, erzählt Del Tedesco, der in Kassel ein Gymnasium besucht.

Schulklassen zu Besuch

Inzwischen machen die beiden gemeinsam Schmiedevorführungen für Schulklassen und Kindergeburtstage. „Ich betreue dann die Kinder, das macht Spaß“, sagt Del Tedesco.

„Wir haben eine Kooperation mit mehreren Grundschulen in der Gegend. Für die ist die Schmiede ein sogenannter außerschulischer Lernort“, erläutert Jordan. Unter fachkundiger Anleitung durch Lothar Keßler und Jan Carlo Del Tedesco und ausgestattet mit Handschuhen und Schutzbrillen dürfen die Kinder selbst kleine Haken und Nägel schmieden. „Die Kinder versuchen erstmal, einen Hammer zu halten“, sagt Keßler schmunzelnd.

In einem Nebenraum steht ein Tisch mit Stühlen. Hufeisen, alte Werkzeuge und andere Exponate hängen, stehen und liegen an und auf Wänden und Balken. Hier erklärt Heinrich Heinemann die unterschiedlichen Hufeisen für verschiedene Tiere und zeigt die Werkzeuge und den Schleifstein. „Die Kinder wollen immer am Schleifstein kurbeln“, erzählt er.

Saison für die Vorführungen ist von Mai bis September oder nach Sondervereinbarung. • Informationen und Anmeldung bei Egon Jordan, 0 56 06/21 24 78.

Von Patrick Kessler

Quelle: HNA

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