Die Preise werden steigen

Viele Aufträge am Bau, aber Fachkräfte fehlen

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Dringend gesucht: Auch in der Baubranche ist der Fachkräftemangel spürbar.

Schwalm-Eder. Die Auftragsbücher der Handwerker sind voll wie seit langem nicht, wenn es im Landkreis auch ein Nord-Süd-Gefälle gibt.

Voll sind auch die Kassen potenzieller Auftraggeber. Der Landkreis etwa will für die Schulbausanierung in 2018 Aufträge für fast 22 Millionen Euro und im Straßenbau für 18,7 Millionen Euro vergeben – zu großen Teil finanziert aus Förderprogrammen. Für 2019 sind laut Doppelhaushalt ähnliche Größenordnungen geplant.

„Die Firmen sind bis zur Halskrause voll mit Arbeit“, sagt Klaus Michalak, Bezirksvorsitzender der IG Bau Nordhessen. Gleichzeitig fehle es an Fachkräften. In der Branche seien im vergangenen Jahr im Schwalm-Eder-Kreis 30 Stellen durchschnittlich länger als drei Monate unbesetzt geblieben. Das seien 75 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, so Michalak.

„Es gibt einen gewissen Druck“, räumt der Guxhagener Bauunternehmer Frank Dittmar ein. Er ist auch Obermeister der Bauinnung und Kreishandwerksmeister. Man bemühe sich auf vielen Ebenen um Nachwuchs. Dittmar: „Im Baugewerbe wird ordentlich bezahlt und die Arbeitsbedingen sind gut.“

Beim Landkreis geht man aber davon aus, dass alle Aufträge abgearbeitet werden können. „Die Projekt aus den Förderprogrammen werden wir verwirklichen, sonst würden wir Geld verschenken“, sagt Landrat Winfried Becker. Aufträge gehen auch längst nicht nur an Betriebe aus dem Landkreis. Die jetzt beantragten Vorhaben müssen bis 2020/ 2021 abgerechnet sein.

Mit Preissteigerungen angesichts der guten Auftragslage sei zu rechnen. Becker: „Wir freuen uns, dass jetzt so viel Geld in den Landkreis fließt, besser wäre jedoch eine kontinuierliche nachhaltige Förderung.“ Dittmar regt an, Aufträge so früh wie möglich im Jahr zu vergeben, damit die Firmen möglichst für zwölf Monate Arbeit haben.

Quelle: HNA

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