Handwerksserie: So arbeitet ein Steinmetz

Viele alte Handwerksberufe sind selten geworden. Maschinen haben Hände ersetzt. In unserer Serie werfen wir einen Blick hinter die Kulissen. Heute: Der Beruf des Steinmetzes.

In seinem Büro hat Frank Correus Fotoalben mit Bildern von jedem Grabstein, den er bis jetzt gestaltet hat. Der 51-Jährige ist Inhaber des Betriebs Correus Grabmale in Guxhagen. Der ausgebildete Steinmetz schätzt an seinem Beruf vor allem die Abwechslung zwischen Bürotätigkeiten und Handwerk, die gestalterischen Freiheiten und dass er sich seine Arbeit selbst einteilen kann.

1901 wurde Correus Grabmale in Guxhagen gegründet und ist seit dem immer im Besitz der Familie Correus gewesen. Vor Frank Correus haben schon sein Urgroßvater, Großvater und Vater sowie sein Onkel den Betrieb geführt. „Ich habe drei Söhne, aber momentan sieht es nicht so aus, dass einer von ihnen den Betrieb übernehmen wird“, sagt der 51-Jährige. „Man muss sowieso abwarten, wie es weitergeht. Es könnte auch sein, dass dieser Beruf in Zukunft zum Nebenjob wird.“

Das liege auch an den Wünschen der Leute: „Wir, das sind ein Mitarbeiter und ich, sind für die Inschriften und die Gestaltung der Grabsteine zuständig und versetzen diese auf dem Friedhof. Der Trend geht aber immer mehr zu kleineren, pflegeleichteren Gräbern“, erklärt Correus.

Frank Correus vor seinem Betrieb: Links und rechts neben ihm stehen Grabsteine, die er selbst gestaltet hat. Im Hintergrund rechts ist seine Werkstatt zu sehen, in der er die Arbeiten vornimmt. Fotos:  Bülau

Die Menschen hätten weniger Zeit für die Pflege. Rasen- oder Urnengräber seien immer mehr gefragt. Das sei aber nicht das einzige, was sich verändert habe: „Früher waren wir vormittags auf dem Friedhof und nachmittags in der Werkstatt. Heute kommen viel mehr Gespräche dazu. Mein Mitarbeiter ist meistens auf dem Friedhof und ich im Büro oder in der Werkstatt“, berichtet der Steinmetz. „Früher gab es das Trauerjahr und dann wurde erst der Grabstein versetzt. Durch die Urnengräber kommen die Kunden heute viel schneller, um einen Grabstein zu bestellen.“

Dadurch sei der Trauerfall noch nicht so weit weg und man sei viel mehr Seelsorger als noch vor einigen Jahren. „Ich nehme mir Zeit und höre auch zu. Manche Kunden haben viel zu erzählen. Da geht es nicht nur um die Unterschrift“, sagt Correus.

Für 30 Buchstaben arbeitet Frank Correus etwa zehn Stunden. Die Preise dafür variieren: Von 500 bis zu 6000 kann ein Grabstein je nach Aufwand kosten.

So wird man Steinmetz

Die Ausbildung zum Steinmetz dauert drei Jahre. Die Ausbildung besteht zu großen Teilen aus praktischer Arbeit. Die Auszubildenden lernen die Steinbearbeitung von Grund auf.

Der theoretische Teil findet für die Auszubildenden in Nordhessen in Form von Blockunterricht in Mainz statt, zumeist in den Wintermonaten, da in dieser Zeit durch den Frost keine Grabsteine versetzt werden können.

Der Beruf Steinmetz befasst sich aber nicht nur mit der Gestaltung von Grabsteinen und der Bearbeitung von Natur- und Kunststein: Auch Boden- und Fassadenplatten werden verarbeitet sowie Treppen und Fensterumrahmungen gebaut.

Spezialisieren kann man sich für die Fachrichtungen: Betriebe der Naturwerkstein- sowie Natursteinbe- und verarbeitung; Restaurierungsbetriebe für historische Gebäude und Steindenkmäler; Museumswerkstätten; Kirchenbauämter.

Quelle: HNA

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