Wurzgartenfest widmete sich den Zünften

Handys und das Mittelalter

Befand sich im Rosenzauber: Zofe Beate Hassenpflug beim Homberg Wurzgartenfest und Burgfest. Foto:  Meinicke

Homberg. Obwohl selbst Doktor, wartete Besucher Bernhard Miermeister scheinbar ängstlich auf die Behandlung von Räucherhexe Elisabeth Kaufmann. Große Mühe hatte sich die Burgberggemeinde mit dem 13. Burg- und Wurzgartenfest gegeben.

Das Motto lautete „Homberger Zünfte“. Auch wenn hier und da ein Handy klingelte, war die Zeitreise rund um den Burgfried gelungen. Beeindruckend die große Zahl der Gewerke: Schmiede, Steinmetze, Drechsler, Markttreiben mit Genüssen wie Rosenlikör, oder gefrorenem Joghurt.

Druide Benjamin Altmann erläuterte hinter Bergen bunter Wollknäuel das naturgetreue Färben mit Walnussschalen, Brennessel- und Birkenblättern und dem tiefen Blau der Indigopflanze. Gleichgesinnte treffen sich jeden 1. Samstag im Monat, 14 Uhr in der Wollstube am Homberger Marktplatz.

Während viele Gäste durch den Kräutergarten streiften, ertönte ein Trommelwirbel. Der Ausrufer im mittelalterlichen Kostüm kündete vom Beginn eines ergötzlichen Stückes. Auf grünem Rasen zeigte die Kleine Bühne Schwalm-Eder den Schwank „Die Zunftversammlung“, fein in Worte gesetzt von Almuth Karger.

Es ging um den Konflikt zwischen dem hochwohllöblichen Rat und einigen Beginen. Das waren Frauen, die in frommer Gemeinschaft lebten, ohne einem Kloster anzugehören. Die Ratsherren saßen beim Bier und trugen lautstark ihre Bedenken vor.

Die Frauen hielten mit Fakten dagegen. Spontaner Beifall brandete auf, wenn einige Aussagen ziemlich aktuell klangen. Auch heute noch endet so manche Diskussion mit dem Satz: Du Nörgler – nimm den Humpen zum Maule!

Von 11 bis 18 Uhr ergötzte sich das Publikum an Darbietungen der Musikschule Schwalm-Eder und der Ritterschaft zu Hohenburg mit ihren kostbaren Rüstungen, eingebettet in den Marketenderbetrieb.

Von Michael Meinicke

Quelle: HNA

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