Probleme mit telefonierenden Eltern jetzt auch im Landkreis

Handyverbot in Kitas ist in der Diskussion

Schwalm-Eder. Handyverbot für Eltern in Kindergärten: Das ist in Kassel bereits Realität. Im Landkreis Schwalm-Eder gibt es das noch nicht, aber einige Pädagogen befürworten eine Neuregelung durchaus. Denn Eltern seien häufig so abgelenkt, dass sie ihre Kinder nicht mehr beim An- und Ausziehen unterstützten und Aushänge in der Kita nicht wahrnehmen würden.

Oft erteilten sie ihren Kindern nur "kurze Kommandos, stumme Gesten oder Handzeichen", heißt es in einer Mitteilung der Stadt Kassel.

In Schwalmstadt nehmen die Erzieherinnen das Problem immer stärker wahr. "Wenn das noch massiver wird, müssen auch wir etwas unternehmen", sagte Heike Hoch, Koordinatorin für die zehn Kitas in der Stadt. Es komme vor, dass "Kinder nur nebenherlaufen". Die Mitarbeiter der Kindergärten schließen ihre Mobiltelefone normalerweise tagsüber ein, es müsse aber möglich bleiben, dass sie im Krankheitsfall eines Angehörigen erreichbar bleiben, hieß es.

Eine strikt handyfreie Zone hält Marianne Rode, Leiterin des evangelischen Kindergartens Lutherhaus in Melsungen, nicht für geboten. Eltern telefonierten zwar häufiger, aber wegen des sehr engen Kontakts zu ihnen könnte ein Gespräch das Problem lösen, falls es eines werde. "Wenn wir beobachten würden, dass Eltern häufig telefonieren, würden wir diese ansprechen". Es wäre auch denkbar, zu einem solchen Thema einen Elternabend anzubieten.

Als dringlich wird das Problem im Landkreis jedenfalls noch nicht gesehen. "Das war in unseren Kitas bislang kein Thema", sagte etwa Ruth Faupel, Leiterin der Kindertagesstätte Metzen Tannen in Borken. Von Handy-Verboten für Eltern sei man daher sehr weit entfernt.

"Ich wüsste keinen Fall, wo es Probleme wegen der Handynutzung von Eltern gegeben hätte", sagte auch Jennifer Kalden, die die Kindergärten in Edermünde-Grifte leitet. (bal/aqu/ddd/ula)

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Quelle: HNA

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