Lachend in den Wahlkampf

Hannelore Kraft hatte beim Auftritt in Melsungen das Publikum auf ihrer Seite

+
Wahlkampf kann auch Spaß machen: Das bewies Hannelore Kraft gestern bei ihrem Besuch in Melsungen beim Bad in der Menge.

Melsungen. Jede Menge Vorschusslorbeeren für Hannelore Kraft: „Sie ist die wahrscheinlich populärste sozialdemokratische Politikerin.“ So kündigte der Landtagsabgeordnete Günter Rudolph die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin bei ihrem Auftritt am Dienstagabend auf dem Melsunger Marktplatz an.

Kraft winkte bescheiden ab – nur um gleich mit den ersten Sätzen zu beweisen, dass sie Menschen begeistern kann.

„Ich bin das beste Beispiel dafür, dass ein Politikwechsel möglich ist, auch wenn die Umfragen etwas anderes sagen“, rief sie den rund 400 Zuhörern vor der Bühne entgegen, die mit lautem Klatschen antworteten.

Flankiert wurde Kraft auf der Bühne neben Günter Rudolph von dessen Ersatzkandidaten Stefan Umbach, dem MdB Dr. Edgar Franke, dem Ersten Kreisbeigeordneten Winfried Becker und der Melsunger Stadträtin Ulrike Hund (alle SPD).

Diese Rückendeckung brauchte Kraft nicht: Aus dem Publikum erntete sie zustimmendes Nicken und immer wieder Applaus, während sie sich in lockerem Tonfall durch sämtliche SPD-Forderungen hangelte – von der Bürgerversicherung bis zum Mindestlohn, von der Reichensteuer bis zur Energiewende. „Sie hat mir aus dem Herzen gesprochen“, sagte einer der Zuhörer, und ein anderer ergänzte: „Die spricht so schön normal.“

Hannelore Kraft in Melsungen

Hannelore Kraft (SPD) war in Melsungen zu Gast

Kraft hielt Blickkontakt zum Publikum, sprach Einzelne direkt an und verfiel auch mal ins Duzen: „Ihr wisst schon, was ich meine“, sagte sie, nachdem sie sich mehrfach beim Wort „Bahnsteigkante“ verhaspelt hatte. Und als Edgar Franke beim Überreichen der obligatorischen Ahlen Wurst auf sein eigenes Kampfgewicht von 99 Kilo hinwies, beugte sich Kraft vor und warf einen Blick auf Frankes Bauch.

„Jemanden wie Sie brauchen wir für den Bund“, sagte eine Frau zu Kraft, als diese nach ihrer Rede von der Bühne stieg und Hände schüttelte. Die SPD-Politikerin blieb bei ihrer längst bekannten Antwort auf diese und ähnliche Fragen: „Ich werde in Nordrhein-Westfalen gebraucht“, sagte sie, und fügte noch an: „Der Peer macht das ganz prima.“ Damit gab sich die Besucherin nicht ganz zufrieden: „Aber der muss öfter lächeln“, forderte sie.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare