Hannelore Mayer-Stahl aus Hesserode gewann deutsch-italienisches Kochduell

Aus dem Garten auf den Tisch: Hannelore Mayer-Stahl verwendet für ihre Speisen gern frischgepflückte Blumen und Kräuter – auch beim deutsch-italienischen Kochduell kamen diese Zutaten zum Einsatz. Foto: Féaux de Lac roix

Hesserode. Hannelore Mayer-Stahl liebt Italien und die italienische Küche. Deshalb sagte die Inhaberin des Hotel-Restaurants „Zum Rosenhof" in Hesserode auch sofort zu, als sie ein ungewöhnliches Angebot bekam.

Sie sollte in Frankfurt bei einem deutsch-italienischen Kochduell antreten.

DER WETTBEWERB

Anlass des Kochduells, das die Italienische Handelskammer für Deutschland und die Italienische Agentur für Tourismus organisiert hatten, war die Weltausstellung Expo in Mailand. „Ich hatte früher einen Laden in Melsungen, in dem ich italienische Produkte verkauft habe“, erzählt Mayer-Stahl. Dadurch habe sie immer schon viel mit der Italienischen Handelskammer zu tun gehabt. So kam man darauf, sie als Kandidatin zum Kochduell einzuladen. Diese Herausforderung nahm Mayer-Stahl gern an: „Ich koche jetzt seit 46 Jahren und bin immer bemüht, neue Dinge auszuprobieren“, sagt sie.

DIE AUFGABE

Hannelore Mayer-Stahl trat beim Duell gegen den italienischen Koch Agazio Riitano an. Beide sollten mit ihren Teams ein Amuse-Gueule (kleine Vorspeise), ein Hauptgericht und einen Nachtisch zubereiten. Gefragt waren Ideen, um die deutsche und die italienische Küche zusammenzuführen. „Für die Vorspeise hatten wir 25 Minuten, für die Hauptspeise 60 Minuten und für das Dessert 45 Minuten Zeit“, erzählt Mayer-Stahl. „Das war eine Herausforderung, schließlich braucht man allein für eine gute Soße oft mehr als eine Stunde Zeit“, sagt Mayer-Stahl. 100 Gäste waren zum Kochduell eingeladen und durften den Köchen auf die Finger schauen. „Damit hatte ich aber kein Problem“, sagt Mayer-Stahl, „ich habe viele Jahre lang Kochkurse gegeben und bin es gewöhnt, dass mir jemand beim Kochen zusieht.“

DAS MENÜ

Hannelore Mayer-Stahl zauberte zusammen mit Wanda Wagner und Uta Weingartner eine Vorspeise aus Gurke, Radieschen und Avocado mit Kräutern und Blüten aus ihrem Garten in Hesserode. Als Hauptgericht servierte sie Entenbrust auf Steinpilzen mit Sellerie-Kartoffel-Stampf und zum Nachtisch Zabaione, Rosensorbet und frische Früchte aus der Region. „Beim Dessert wurde es unheimlich stressig , weil wir so viele kleine Bestandteile zubereiten mussten“, erinnert sich Mayer-Stahl.

DIE ENTSCHEIDUNG

Eine fünfköpfige Jury bewertete die beiden Menüs - und erklärte Hannelore Mayer-Stahl zur Siegerin. Auch wenn sie sich über das Lob der Jury gefreut hat - letztlich war für Mayer-Stahl entscheidend, dass sie überhaupt bei diesem Duell dabei sein durfte. „Es hat mir viel bedeutet, dass ich gefragt wurde. Das allein war schon eine Auszeichnung“, sagt sie. Außerdem sei die Veranstaltung eine tolle Gelegenheit gewesen, um sich Inspirationen für die Küche zu holen.

Eigentlich hätte Mayer-Stahl aber lieber mit den Italienern zusammen gekocht, als gegeneinander anzutreten. Eventuell ergibt sich dazu sogar noch die Gelegenheit: Mayer-Stahl und Riitano wollen sich gegenseitig besuchen. Und vielleicht entsteht dann ja schon das nächste deutsch-italienische Menü.

Rezept zum Nachkochen: Entenbrust auf Steinpilzen mit Sellerie-Kartoffel-Stampf

1. Die Entenbrust von Sehnen und Silberhaut befreien. Hautseite rautenförmig einschneiden, damit beim Braten das Fett austreten kann und die Haut kross wird. Auf keinen Fall in das Fleisch schneiden. Zuerst die Hautseite anbraten, wenden, kurz weiterbraten. Die angebratene Entenbrust im Backofen bei 120° C zehn bis zwölf Minuten garen. In Alufolie wickeln und 5 Minuten ruhen lassen.

2. Für den Sellerie-Kartoffel-Stampf 750 Gramm Sellerie und 250 Gramm Kartoffeln in Salzwasser weich kochen, mit brauner Butter abschmecken.

3. Pilze putzen, in fünf Millimeter dicke Scheiben schneiden und in Butter anbraten.

4. Sellerie-Kartoffel-Stampf auf einem vorgewärmten Teller in einem Ring anrichten. Die Steinpilze daneben, obenauf die in Tranchen geschnittene Entenbrust legen.

Quelle: HNA

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