Der Chor Nucando gab am Sonntagabend sein erstes eigenes Konzert in Treysa

Happy End im Hospital

Spritzig, originell und experimentierfreudig: Die Sänger vom Chor Nucando unter der Leitung von Steffen Dittmar (links) unterhielten mit einem frischen Repertoire. Foto: Rose

schwalmstadt. Es war ein Rendezvous der besonderen Art, zu dem der Chor Nucando am Sonntagabend in die Hospitalskapelle eingeladen hatte: Dort gaben die Sänger unter der Leitung von Steffen Dittmar ihr erstes eigenes Konzert. Die Stühle in der Kapelle reichten bei weitem nicht aus. Viele Gäste nahmen einen Stehplatz in Kauf, um den Chor hören zu können. Und das Repertoire konnte sich wahrlich sehen und hören lassen.

Klar war schnell, dieser Chor hat Lust am Experimentieren. Und am Geschichtenerzählen. Denn beim Rendezvous mit ihren Zuhörern besangen die Akteure zwischenmenschliche Beziehungen, den Geschlechterkampf, die großen und kleinen Dramen des Alltags und natürlich die Liebe. Originell war schon der Start: „Schalt dein Handy aus“ empfahlen die charmanten Sänger. Gefühl intonierte der Chor „Your a friend“ und „In my life“ von John Lennon, begleitet von Steffen Dittmar am Klavier. Er erwies sich nicht nur als pfiffiger Chorleiter, sondern überzeugte auch mit guter Stimme.

Überraschend war nicht nur der Klang der gerade einmal neun Sänger, auch die Darbietung der Texte ließ die Besucher ein ums andere Mal schmunzeln. Schwungvoll, mit witzigen Elementen und Soli, augenzwinkernd die Klischees von Männern und Frauen karikierend, unterhielt der Chor mit Esprit und Originalität. Und Nucando bewies, dass sich moderne Popliteratur durchaus zum Singen im Chor eignet: „Angel“ von Robbie Williams oder Grönemeyers „Mambo“. Bei „Girls, Girls, Girls“ spielten die Damen kokett mit ihrer Weiblichkeit, die Herren bekamen bei „Männer mag man eben“ ihre Bestätigung.

Eine witzige Parabel vom Kennenlernen präsentierten die Sänger mit dem „Rendezvous“ von Oliver Gies: „Die Bude brennt, kein Happy End – schade“. Und doch fand das imaginäre Paar zueinander, nämlich im romantisch-verspielten „Parkplatzregen“, gefolgt von „Das Beste“ von Silbermond.

Rio Reiser und Heinz Erhard

Auch verschmähte oder zerbrochene Liebe fand ihren Platz im unterhaltsamen Programm: Unter anderem in Annett Louisans Hit „Drück die Eins“. Einen Ausflug ins Tierreich unternahmen die Sänger mit einer Vertonung des Heinz Erhards Gedichts „Die Made“. Zusammen mit befreundeten Sängern vom Chorworkshop Röllshausen erklang Rio Reisers Nummer „Junimond“. Doch so traurig wollte man die Zuhörer dann doch nicht gehen lassen: „Happy“ gaben die Sängern mit auf den Nachhauseweg. Das restlos begeisterte Publikum erklatschte sich sichtlich „happy“ noch ein Zugabe. (zsr)

Quelle: HNA

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