Harlem Gospelchor trat in der Schlosskirche auf

Begeisterten das Publikum in Ziegenhain: Der Harlem Gospelchor von Reverend Gregory McKelly gastierte am Sonntag in der Schlosskirche. Die Zuhörer waren restlos von der lebhaften Präsentation und dem tollen Gesang beeindruckt. Fotos:  Glitzenhirn

Schwalmstadt. Reverend Gregory McKelly`s Best of Harlem Gospel begeisterte die Zuschauer.

„Das war das vielleicht beste Konzert, das die Schlosskirche je gesehen hat“ sagte Pfarrer Ingo Fulda am Sonntagabend nach dem Auftritt von Reverend Gregory McKelly’s Best of Harlem Gospel in der Schlosskirche Ziegenhain.

Etwa zwei Stunden lang hatten die neun Musiker aus dem New Yorker Stadtteil Harlem das Publikum mit ihren kraftvollen und energiegeladenen Stücken in Atem gehalten und immer wieder zum Mitsingen und Mitklatschen animiert.

Spirituals und Jazz

Die Band präsentierte eine Mischung aus klassischen Spirituals, Hillsongs und sogar Jazzstücken, die sie auf mitreißende Art und Weise interpretierten. Schon nach wenigen Stücken hielt es viele Zuschauer vor Begeisterung nicht mehr auf ihren Sitzplätzen und sie klatschten und sangen fasziniert mit.

Die humorvolle Moderation in einer Mischung aus Deutsch und Englisch sorgte zusätzlich für eine aufgelockerte Atmosphäre und viele Lacher, so etwa auch als Reverend Gregory McKelly treffend formulierte: „Gospel ist, wenn dir die Hände wehtun“.

Für einen weiteren Höhepunkt des Abends sorgte Bishop Charles Lyles, als er der Ziegenhainer Kirchenorgel ungeahnte Klänge entlockte und sie scheinbar mühelos in den schwungvollen Gospelsound der Band integrierte.

Politisch wurde es, als McKelly die Brücke zwischen der Berliner Mauer und den Plänen des neuen US-Präsidenten schlug und dazu aufrief, mehr füreinander zu beten, um Trennendes zu überwinden. Die Band erinnerte an den Bürgerrechtler Martin Luther King und dessen Einsatz für die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung der USA und spielte daraufhin sein Lieblingslied, „Precious Lord, Take My Hand“.

„Gospel ist, wenn dir die Hände wehtun“.

Das Publikum war so mitgerissen von der Darbietung der New Yorker, dass es nach mehreren Stücken Standing Ovations und langen Applaus spendete. Die Sänger überzeugten durch beeindruckende Stimmen und Leidenschaft und zeigten, dass Gospel mehr ist als nur Musik. Zum Abschluss des Konzertabends präsentierte die Band den Gospel-Klassiker „Oh Happy Day“ und verwandelte die Kirche für einen Moment in einen Ort der puren Begeisterung für das Evangelium, das sie in ihren Liedern besingen.

Von Lennart Glitzenhirn

Quelle: HNA

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