Klang zweier Choralwerke erfüllte die Stadtkirche – Tosender Applaus für die Künstler

Harmonie steht über allem

Weihnachtskonzert: Der Chor der Kantorei, ein Orchester und Gesangssolisten präsentierten zwei Oratorien in der Homberger Stadtkirche St. Marien. Foto: Dürr

Homberg. Fast bis auf den letzten Platz besetzt war die Evangelische Stadtkirche St. Marien in Homberg am Sonntag, als der Kantoreichor, Gesangssolisten und Instrumentalisten in kammermusikalischer Besetzung das Gloria D-Dur von Antonio Vivaldi und das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens aufführten. Zwei Choralwerke, die aus unterschiedlichen Epochen stammen und doch einige Gemeinsamkeiten aufweisen: Beide folgen keiner bestimmten Form, sind für fünf Solisten, Chor und Kammerorchester geschrieben.

Unter der Leitung von Bezirkskantorin Birgit Schäfer gelang ein beeindruckendes Musikerlebnis. Homogener, fliesender Chorklang, mit weich abgesprochenen Endungen. Ideal besetzte Solisten: Anna Palupski mit glasklarem, hohem, schlanken Sopran. Michaela Krusche mit vollem, körperreichem, eher mezzo gefärbten Sopran. Johanna Tripp mit weichem Alt. Michael Brauer mit klarem Tenor und Hartmut Raatz mit schlankem, tiefem Bass.

Homogener Gesamtklang

Alle fünf Solisten verstanden es, dramaturgisch ihre Soli auszudeuten, und fanden zu homogenem Gesamtklang.

Vivaldis Gloria ist ein barockes Werk, weist durch Kontrastreichtum und Affekte weit in die Zukunft der Musik. Im Zentrum steht die Soloarie für Sopran Domine Fili unigenite (Palupski), begleitet von Oboenklang mit basso continuo. Dieser wurde auf der Orgel von Angelika Großwiele und Anja Schmidt am Violoncello ideal ausgeführt.

Festlich wird es am Ende des Oratoriums mit Trompete (Siegfried Höfner) im Quoniam.

Leise beginnt das Oratorium von Saint-Saens: Die Stimmung der Nacht klangmalerisch dargestellt, die Streicher steigen in diesen Klang ein.

Der Tenor verkündet den Anfang der Weihnachtsgeschichte aus Lukas, und es folgen Alt und Sopran, die sie fortfuhren.

Anschließend erklangen Worte aus dem Altem und Neuem Testament mit dem Ziel, Gottes Wort in schönem Klang zu verkündigen. Dies gelang als Gesamteindruck durch Chor, Sänger und Orchester: Wenn strahlend das Gloria der Engel nachgeahmt wurde. Das Oratiorium ist kein romantisches Werk, folgt eher barocken Zügen mit klangmalerischen Einwürfen. Schön die Arie Benedictus für Sopran und Bass. In die Höhen strebt der Sopran, in die Tiefen der Bass, eingerahmt durch zarte Harfenklänge.

Hier wird deutlich: Es geht um Harmonie, die man besonders zur Weihnachtszeit sucht und in der Musik finden kann.

Ideal als Zwischenstück das Konzert für Harfe und Orchester von Georg Friedrich Händel, ein Juwel barocker Musizierkunst, von Hannah Pfeiffer ideal vorgetragen.

Am Ende gab es tosenden Applaus für Chor, Orchester und Solisten.

Von Agnes Dürr

Quelle: HNA

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