147 Kühe wurden auf die Sommerweiden am Dörnberg getrieben

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Karl-Heinz Richter freut sich: Seine Tiere können bis Ende Oktober das saftige Grün zu Füßen der Helfensteine genießen.

Zierenberg. Für Karl-Heinz Richter ist es immer ein klein wenig wie Feiertag, wenn er seine Rinder im Treibewagen durchs Heilerbachtal führt. Einmal im Jahr tut er das.

Im Frühjahr, wenn höchstens die Eisheiligen nochmal wage an den Winter erinnern, den saftigen Weiden des Dörnbergs mit ihrem satten Grün aber längst nichts mehr anhaben können. Dann bringt der Zierenberger Landwirt seine Tiere zum alten Stall unterhalb der Wichtelkirche, von wo aus sie in ihr Sommerdomizil entlassen werden.

Per Treibewagen ins Sommerparadies: Der elfjährige Lorenz Kiniki passt auf, dass sich die Rinder auf dem Weg zum Weideauftrieb an den harten Stahlstangen nichts tun.

147 Tiere werden sich in diesem Jahr im Paradies für Kühe tummeln, sie starteten am Samstag beim Weideauftrieb des Ortsbauernverbands in ihr Zuhause auf Zeit. Drei davon stammen aus dem Stall von Richter, die übrigen aus elf weiteren Betrieben aus Zierenberg und den Nachbarorten. Die kalten Monate im Stall liegen hinter, fünf Monate an einem der schönsten Fleckchen unserer Region vor ihnen. Fast schien es, als hätten sie das gewusst, das aufgeregte Muhen jedenfalls hätte man fast als Ausdruck der Freude deuten können. Im Minutentakt rollten die Wagen vor. Thomas Rose, Chef des Ortsbauernverbands, registrierte jedes einzelne Tier, ob Rotbunt, Schwarzbunt, Fleckvieh, Galloway – alle zusammen prägen ab sofort das Bild auf der 104 Hektar großen Weide zu Füßen der Helfensteine.

Was sich nach Heidi-Idylle anhört, ist in Wirklichkeit harte Arbeit. Rund 500 Arbeitsstunden leisten die Mitglieder des Ortsbauernverbandes pro Jahr für Wartung und Reparatur der Tränkestellen und des etwa fünf Kilometer langen Zaunes, den Karl-Heinz Richter Anfang der 60er Jahre mit aufgebaut hat. Auch er wird beim täglichen Weidedienst mit dabei sein. Nicht so oft wie andere, denn die Zahl der Arbeitseinsätze bemisst sich an der Zahl der Rinder, die jeder Landwirt auf die Weide schickt.

„Die Arbeit lohnt sich, denn unsere Tiere bekommen hier sehr nahrhaftes Futter“, erklärt Richter. Das saftige Grün, das Dank des Hessischen Integrierten Agrarumwelt-Programms (HIAP) seit 2007 frei von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ist, dürfen die Tiere voraussichtlich bis zum 20. Oktober genießen.

Quelle: HNA

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