Verdi-Konferenz in Fritzlar: Harter Kampf um Tarife

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Der neue Vorstand des Verdi-Ortsverein Schwalm-Eder Nord: Von links Bärbel McEnaney, Horst Knötig, Hanne Braun, Sigrun Keim, Herta Neuhaus, Carsten Weißenstein, Hilmar Burkhardt, Ralf Kitzerow.

Schwalm-Eder. Mit der Tarif- und Beschäftigungspolitik von Betrieben im Schwalm-Eder-Kreis hat sich der Verdi-Ortsverein Schwalm-Eder Nord bei einer Konferenz in Fritzlar beschäftigt. Dem Ortsverein gehören 3.500 Mitglieder aus den Kreisteilen Fritzlar-Homberg und Melsungen an.

Harald Fennel, Bezirksgeschäftsführer des Verdi-Bezirks Nordhessen ging beispielsweise auf die Situation der Asklepios-Kliniken und der Hardtwaldkliniken von Wicker ein.

2009 sei Asklepios aus dem kommunalen Arbeitgeberverband ausgeschieden. Seit 2010 werde keine Tariferhöhung mehr gezahlt. Neu eingestellte Beschäftigte würden nach dem Tarifvertrag für private Krankenanstalten bezahlt.

Verdi habe bereits mehrere Verfahren zur Feststellung der Tariffähigkeit gewonnen, jedoch hat Asklepios sich nach wie vor auf keine Tarifverhandlung eingelassen.

Die Beschäftigten der Hardtwaldkliniken von Wicker hätten aktiv für eine bessere Bezahlung und einen Tarifvertrag gekämpft. Im August 2011 seien sie das erste Mal in einen zeitlich begrenzten Warnstreik getreten. Es gebe zwischenzeitlich als Folge des Streiks eine Betriebsvereinbarung zur Zahlung der Löhne. Aber nach wie vor verweigere Wicker den Abschluss eines Tarifvertrags.

Über die Situation bei der „Dänischen Bettenwelt“ berichtete Betriebsratsvorsitzender Gerd Pfeiffer. In den vergangenen Jahren habe es schwierige Auseinandersetzungen mit der Konzernleitung bei Verhandlungen zu arbeitsgerechtem Lohn gemäß eines ordentlichen Tarifvertrages gegeben sowie über die erschwerten Arbeitsbedingungen durch Abbau des fest eingestellten Personals. Verdi kritisiert in diesem Zusammenhang die zunehmende Beschäftigung von Leiharbeitern und Beschäftigten über Werksverträge.

Gewerkschaftssekretär Manuel Sauer wies auf die Tarifabschlüsse für den Bereich Speditionen/Logistik. Demnach erhöhten sich die Löhne und Gehälter aller Beschäftigten ab dem 1. Dezember 2013 um 2,9 Prozent und am 1. Oktober 2014 um weitere 2,2 Prozent.

Bei Amazon in Hersfeld sei die Bereitschaft zu Streiks weiter ungebrochen, unverändert sei aber auch das Arbeitgeberverhalten. Erstmals sei 2013 eine Weihnachtsgratifikation gezahlt. Das sei ein kleiner Lichtblick. Bei einer tarifvertraglichen Regelung wäre sie nach Einschätzung Sauers aber doppelt so hoch ausgefallen.

Im Anschluss wählten die Gewerkschafter einen neuen Vorstand. Gewählt wurden: Hanne Braun (Melsungen) Hilmar Burkhardt (Homberg), Ralf Kitzerow (Gudensberg), Horst Knötig (Guxhagen) Bärbel McEnaney (Felsberg), Herta Neuhaus (Wabern), Conny Weißenberger (Homberg) und Carsten Weißenstein (Wabern). Die oder der Vorsitzende wird erst in der konstituierenden Sitzung des neuen Vorstands am 6. Mai gewählt. (red)

Quelle: HNA

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