Gefählicher Trend im Wolfhager Land: Immer mehr Jugendliche nehmen Drogen

Wolfhager Land. Laut Suchtberatung hat vor allem der Cannabis-Konsum zugenommen. Dabei ist die Altersgrenze gesunken: „Mittlerweile haben wir schon 12- und 13-jährige Kinder in der Beratung“, sagt Marit Kraneis von der Drogenhilfe Nordhessen.

Die bietet im Diakonischen Werk Hofgeismar-Wolfhagen seit zehn Jahren Sprechstunden an. Pro Jahr bearbeitet die Suchtberatung in beiden Altkreisen circa 150 Fälle.

„Seit einem Jahr haben wir überproportional viele Cannabiskonsumenten gehabt, unter denen immer mehr Jugendliche sind“, so Kraneis. Dem voraus ginge allerdings in der Regel ein Kontakt mit den Einstiegsdrogen Alkohol und Zigaretten.

Die Beschaffung von illegalen Drogen wie Cannabis sei auch auf dem Land kein Problem. „Landkreisweit gibt es keine Schule ohne Drogen“, erklärt die Suchtberaterin. Davon ausgenommen seien lediglich die Grundschulen. Allerdings gebe es im Altkreis Wolfhagen keine offene Drogenszene wie in Kassel. Der Drogenkonsum finde hier im privaten Rahmen statt.

Obwohl das Drogenproblem sehr ernst zu nehmen sei, müssen Eltern nicht gleich in Panik ausbrechen. Nicht jedes Kind, das einmal kiffe, beginne damit eine Drogenkarriere, beruhigt Marita Kraneis. Manche würden ihr Kind schon mit einer Spritze im Arm im Bahnhofsklo liegen sehen. „Wir nehmen im Beratungsgespräch zunächst die Dramatik heraus.“ Kinder, die abhängig seien, würden durch ganz deutliche Verhaltensänderungen auffallen.

Aus eigenem Antrieb kommen Jugendliche eher selten in die Beratung. Meist werde der Kontakt über die Eltern, die Schulsozialarbeit, das Jugendamt oder andere Institutionen hergestellt.

Trotz beunruhigender Entwicklung: Bundesweit zeigt sich ein rückläufiger Trend bei den Drogenopfern. So ist die Zahl der Drogentoten gesunken, wie aus dem Bericht der Bundes-Drogenbeauftragten Mechthild Dyckmans für 2010 hervorgeht.

Quelle: HNA

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