23-Jähriger aus dem Altkreis stritt Vorwurf ab – Polizei wertete Computerdaten aus

Haschisch-Handel im Internet

Treysa. Drogenhandel via Internet –- ein solcher Fall wurde vor dem Amtsgericht in Treysa verhandelt. Einem 23-Jährigen aus dem Altkreis Ziegenhain wurde unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in drei Fällen vorgeworfen.

Dem Mann soll im September und Oktober 2009 über das Instant-Messaging-Programm ICQ Drogendeals abgewickelt haben, so die Anklage. Konkret bezog sich der Vorwurf auf die Bestellungen von Amphetaminen für 85 Euro, Marihuana für 50 Euro und Haschisch für 75 Euro, die über den ICQ-Zugang des Angeklagten verabredet worden waren. Gegen die Auflage von 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit wurde das Verfahren vorläufig eingestellt.

„Ich frage mich, warum ich angeklagt bin. Ich habe damit nichts zu tun“, wies der Angeklagte den Vorwurf von sich. Er habe ICQ für die Verabredung von Drogendeals mit einem gesondert Verfolgten aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf genutzt. Er habe damals ICQ verwendet, um mit seinem Bekannten zu kommunizieren, gab der 23-Jährige zu: „Es gab nur normale Gespräche zwischen ihm und mir. Ich habe ihm nichts verkauft und auch nichts bestellt.“

Hatte der Angeklagte gegenüber der Polizei noch gesagt, er werde keinerlei Angaben machen, so gab er vor Gericht an, seinen ICQ-Zugang könnten auch andere genutzt haben. Als Verdächtige benannte er drei Ex-Freunde, mit denen er in der Vergangenheit häufig zu tun gehabt habe. Auch habe er sich gelegentlich an deren Computern in ICQ eingewählt.

„Mein Passwort habe ich niemandem gegeben. Vielleicht habe ich mal den Haken unter ,Passwort speichern‘ übersehen“, gab er an. „Jeder kann sich im ICQ-Chat einloggen, wenn man das Passwort gespeichert hat“, erklärte der Anwalt des 23-Jährigen. Im Hinblick auf einen Drogenhandel seines Bekannten beschuldigte der Angeklagte vor Gericht einen mutmaßlichen Drogenhändler aus dem Altkreis Ziegenhain. Dieser sei auch online aktiv gewesen.

Hinsichtlich seiner Kontakte zum mutmaßlichen Drogendealer verstrickte sich der 23-Jährige vor Gericht in Widersprüche. Daher stand dann der Vorwurf der Beihilfe zur Anbahnung eines Drogenhandels im Raum.

Wie ein Polizeibeamter aus Marburg vor Gericht erklärte, war die Polizei durch die Computerdaten des gesondert Verfolgten auf den Angeklagten gekommen. Der Computer des Bekannten war aufgrund eines anderen Verfahrens ausgewertet worden.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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