Hattendorfer Verein kritisiert Ottrauer Vorhaben zum Bau eines Windparks

200 Meter hoch: Bei Hattendorf soll ein Windpark entstehen. Fotos: Archiv

Hattendorf/Ottrau. Bei einer Informationsveranstaltung in Hattendorf zum Thema Windparks in der Gemeinde wurde deutlich, dass Anwohner nicht mit den Planungen ihres Nachbarn einverstanden sind. Denn auch in Ottrau-Immichenhain sollen sich bald die Windräder drehen.

Zahlreiche Zuhörer, die sich über geplante Windkraftanlagen in Hattendorf, Elbenrod und Ottrau informieren wollten, kamen zur Informationsveranstaltung des Vereins Schöner Ausblick in das Hattendorfer Schützenhaus. Unverständnis aus dem Publikum erntete der Ottrauer Bürgermeister Norbert Miltz, der trotz fehlender Gemeindeflächen und daraus zu erwartender Pachteinnahmen davon ausgehe, durch Windkraft relevante Steuern generieren zu können.

Gerd Ochs, Pressesprecher des Vereins und die Vorsitzende Dr. Scheuing erinnerten daran, dass Windkraftanlagen in Immichenhain zusätzlich zu dem bereits genehmigten bei Hattendorf und Elbenrod das Gebiet „umzingeln könnten“. Sie kündigten an, dass der Verein die Ottrauer Planungen verfolgen und sich mit einbringen werde.

Alsfeld Bürgermeister Stephan Paule und Umweltbeauftragte Dr. Wolfgang Dennhöfer skizzierten den Stand der Windkraftplanungen. Eine klare Ansage gab es für mögliche Standorte auf Ottrauer Gebiet: „Wenn geplanten Standorte mit unserem Teilflächennutzungsplan und seinen Vorgaben kollidieren, werden wir unsere Interessen auch im Bereich des Regionalplanes Nordhessen vertreten.“

Von Ottrauer wurde die Forderung nach einer Info-Veranstaltung mit den gleichen Referenten auch in Ottrau formuliert, heißt es in der Pressemitteilung des Vereins.

Vier Anwohnern von Windkraftanlagen berichteten über ihre Erfahrungen. Sie sprachen von einer erheblichen Geräuschkulisse durch Anlagen von 200 Metern Höhe. Mediziner Dr. Martin Böhm fand Worte zu den Wirkungen von Windkraftanlagen auf die Gesundheit. Die Infraschallgefährdung sei nicht zu unterschätzen.

Die Vorsitzende Dr. Sachiko Scheuing gab einen Abriss über die Vereinsaktivitäten: Umweltschutzaktionen, Info-Veranstaltungen und Demonstrationen.

Der Laubacher Filmemacher Roland Surrey stellte seinen Film „Das geht uns alle an!“ vor, der sich mit Versorgungssicherheit, Speichermöglichkeiten, Gesundheitsbeeinträchtigungen und Naturzerstörung von Windkraftanlagen beschäftigt. Fortgeführt wurden diese Überlegungen von Ralf Schmidt aus Gonterskirchen. Der Diplom-Elektroingenieur berichtete über seine Erfahrungen als Gesellschafter eines Windparks in Betzenrod, die ihn schließlich zum Ausstieg veranlassten. (cls)

Quelle: HNA

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