Haue bei der Hochzeit - Familienfeier in Körle artete in Schlägerei aus

Körle. Der Verteidiger eines 17-Jährigen, der sich am Mittwoch wegen einer Schlägerei auf einer Hochzeitsfeier in Körle verantworten sollte, erschien nicht zur Verhandlung im Kasseler Amtsgericht.

Denn ihm war zugetragen worden, das Verfahren gegen seinen Mandanten sei eingestellt worden sein.

Das stimmte zwar nicht. Für die Idee aber konnten sich nach kurzem morgendlichen Grübeln auch Gericht und Staatsanwaltschaft erwärmen. Und so wurde die zunächst falsche Annahme doch noch wahr: Nicht nur der Schüler aus Baunatal, sondern auch sein mitangeklagter 24 Jahre alter Bruder aus Kassel kamen mit einer Einstellung des Verfahrens glimpflich davon.

Gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung war den beiden jungen Männern zur Last gelegt worden. Bei der Hochzeitsfeier in der Berglandhalle in Körle im Oktober 2009 soll sich der Ältere darüber aufgeregt haben, dass sein kleiner Bruder Alkohol bekommen habe.

Im anschließenden Gerangel gingen ein 29-Jähriger und seine 72 Jahre alte Mutter zu Boden, wo sie dann getreten und geschlagen worden sein sollen – angeblich von den Angeklagten. Was die freilich vehement bestreiten.

Dennoch ließen sie sich auf das Angebot, das ihnen Staatsanwalt Peter Harz angesichts des fehlenden Anwalts kurzerhand unterbreitete, gerne ein: keine Strafe, aber dafür 1500 Euro Schmerzensgeld an die Opferfamilie, die im Gegenzug auf alle weiteren Forderungen gegen ihre Widersacher verzichtet. „Das Wichtigste ist“, erklärte der Anklagevertreter, „dass der Streit zu Ende ist.“

Über dem Schüler, der unter Alkohol offenbar zu Aggressionen neigt, schwebt ohnehin schon das Damoklesschwert des Jugendgefängnisses: Erst im Juni war er zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden – ebenfalls wegen Körperverletzung. (jft)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare