Haupt- und Finanzausschusses tagt wegen Übernahme von Eon-Anteilen

Schwalm-Eder. Ein Rückkauf von Anteilen der Eon stößt bei Politikern des Kreistags Schwalm-Eder auf großes Interesse. Eine kommunale Trägerschaft des Energie-Unternehmens wird überwiegend als Chance gesehen, wie eine Umfrage der HNA zeigte.

Bedenken gibt es aber bei Kosten und Finanzierung. Vor der Sommerpause werden sich die Kreistagsfraktionen nun doch noch mit dem Thema beschäftigen. Am Donnerstag, 28. Juni, werde es eine Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses geben, kündigte Landrat Frank-Martin Neupärtl gestern gegenüber der HNA an.

Mehr Informationen hatten die Fraktionen von CDU, FDP und Grünen gefordert (wir berichteten). Den Vorwurf, er habe die politischen Gremien nicht rechtzeitig und umfassend genug informiert, weist Neupärtl zurück. Er habe die Fraktionen und den Kreistagsvorsitzenden am 5. Juni über die Pläne von Eon Mitte sowie am 15. Juni über Gespräche der Landkreise mit dem Vorstand des Unternehmens unterrichtet.

Hessische Landkreise und die Stadt Göttingen halten an Eon Mitte noch insgesamt 26,7 Prozent der Geschäftsanteile. Der Schwalm-Eder-Kreis sei mit drei Prozent der viertgrößte kommunale Anteilseigner, erklärte Neupärtl. Die Brutto-Dividende, die sich daraus in diesem Jahr ergibt, betrage 1,3 Millionen Euro.

Das Geld wird unter anderem regelmäßig auch zur Finanzierung der Freizeiteinrichtungen verwendet. 2002 hatte der Landkreis seine Geschäftsanteile zur Hälfte verkauft und dafür 53,7 Millionen Euro erlöst. Das Geld wurde zur Schuldentilgung und zur Finanzierung der damals noch kommunalen Krankenhäuser verwendet.

Auf die Geschäftspolitik der künftigen Enerkom, die neun Städte und Gemeinden im Nordkreis noch dieses Jahr gründen wollen, habe der mögliche Verkauf von Eon-Anteilen keine gravierenden Auswirkungen. Die anvisierte Gesellschaft werde das Stromnetz ankaufen und damit unabhängig von anderen über die Anlagen selbst verfügen, erklärte Mario Gerhold, Bürgermeister von Körle und Sprecher der neun Kommunen.

49 Prozent der Anteile werde die Gesellschaft der Nordkreis-Kommunen einem Partner anbieten. Dafür kämen zurzeit die Städtischen Werke Kassel, die Energie Waldeck-Frankenberg sowie Eon Mitte infrage. In allen Fällen gehe man unabhängig von den Eigentumsverhältnissen davon aus, dass geschlossene Verträge von den Versorgungsunternehmen eingehalten werden.

Sollte der Landkreis Eon-Anteile kaufen, wäre dies für die Eon ein Schritt weg vom konzernbestimmten und hin zu einem kommunal dominierten Unternehmen damit aber näherte sich die Eon nur den Mitbewerbern an. Denn auch bei den Städtischen Werken Kassel und der Energie Waldeck-Frankenberg hätten Städte und Gemeinden das Sagen.

Von Heinz Rohde und Lorenz Grugel

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Quelle: HNA

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