Körler Familie baut Eigenheim, das mehr Strom erzeugt als es verbraucht

+
Für die Nachwelt: Familie Vaupel beim Bestücken der Zeitkapsel mit Münzen, einem Herz aus Stein, einer tagesaktuellen HNA, Bauplänen und Kräuterschnaps „Körler Esel“. Niklas Vaupel (elf Jahre) darf Münzen und Herz in die Zeitkapsel legen. Unser Foto zeigt von links Niklas, Johannes, Birgit und Helmar Vaupel.

Körle. Das neue Haus der Familie Vaupel aus Körle wird ein Energie-Wunder. Es soll mehr Strom liefern als in ihm verbraucht wird. Am Donnerstag wurde der Grundstein für Deutschlands erstes „IQ-PlusPlus Energiesparhaus“ gelegt.

Seine Bauweise wurde vom Institut für Umweltenergie (IfU) in Baunatal entwickelt.

Energie kann auf intelligente Weise gespeichert werden. Außerdem ist das Haus CO2-neutral. Für all diese Vorzüge sorgt unter anderem eine ausgeklügelte Steuerung. Mit etwa 180 000 Euro kostet das Energiespargebäude nicht mehr als ein herkömmliches Einfamilienhaus und ist deutlich günstiger als ein Passivhaus.

Kurze Bauzeit

Das ist der Verein IfU: Der Verein wurde von Praktikern der Bau- und Energietechnik gegründet, mit dem Ziel, zukunftsorientierte Bauprodukte und -systeme sowie ganzheitliche Lösungen für Gebäude zu entwickeln, um das nachhaltig wirtschaftliche, energieeffiziente und ökologisches Bauen zu fördern. Das Projekt des ersten IQPlusPlus-Energiesparhauses in Körle wird während der Testphase in Kooperation mit der Universität Kassel wissenschaftlich begleitet.

Bauherr Helmar Vaupel rechnet mit einer kurzen Bauzeit: „Geplant ist die Inbetriebnahme der Fotovoltaikanlage auf dem Dach vor dem 1. Juli“, sagte er. Denn danach sinke die Einspeisevergütung, also müsse der Rohbau mit Dach vorher fertig sein. Voraussichtlich bis September werde der gesamte Bau abgeschlossen sein.

Der Mitarbeiter der VR-Bank in Körle hatte in der HNA gelesen, dass das Institut für Umweltenergie Bauherren für ein Energiespargebäude suchte. Da er beruflich seine Kunden in der Bank im Bereich Energiesparen berät, hatte er sich mit dem Thema schon lange befasst. Dabei sei ihm die Idee gekommen, ein altersgerechtes Haus zu bauen, in das er später einmal mit seiner Frau einziehen könne, berichtete Vaupel. Während der ersten drei Jahre wird der Neubau vom Institut für Umweltenergie als Musterhaus gemietet, das verringere die Baukosten. Das IfU wertet die Energiemessdaten in diesem Zeitraum aus, um die Funktionstüchtigkeit der neuen Entwicklung im Alltag zu überprüfen. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet vom Zentrum für Umweltbewusstes Bauen der Universität Kassel.

Platz auf 157 Quadratmetern

Derzeit wohnt die Familie Vaupel mit ihren Kindern in einem Haus aus den sechziger Jahren mit drei Etagen. Mit 157 Quadratmetern wird das neue, einstöckige Haus genügend Platz für eine Familie bieten. Im Erdgeschoss stehe ausreichend Platz für zwei Personen im Alter zur Verfügung stellen, meinte der Bauherr.

Laut IfU wohnt man in diesem Energiesparhaus genauso wie in jedem anderen Haus, das Raumklima sei durch die Wand-und Bodenheizung besonders angenehm. Helmar Vaupel: „Ich bin gespannt, wie das alles mal funktioniert.“

Die Energie bekommt das Haus über eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Der Strom wird entweder verbraucht oder mittels einer Wärmepumpe in Wärme umgewandelt, die in der dicken Betonbodenplatte, den Wänden und Decken gespeichert werdenkann.

Möglich ist auch eine Speicherung des Stroms in einem Elektroauto und die Einspeisung ins Stromnetz.

Ein intelligentes Energiemanagement misst und steuert alle Stromerzeuger und Verbraucher im Haus einschließlich des Elektroautos vor der Tür.

Variable Tarife werden genutzt

So können variable Tarife der Stromversorger genutzt werden. Das Haus ist ringsum gedämmt, auch die Bodenplatte. Zusätzlich sparen dreifach verglaste Fenster Energie. Geheizt wird mit einer Fußbodenheizung, die von der Wärmepumpe versorgt wird, eine moderne Lüftungsanlage hilft Heizenergie zu sparen.

www.ifu-ev.de

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare