Altersdurchschnitt hoch - Junge wollen nicht aufs Land

Hausärztemangel in Frielendorf: Nachfolger vergeblich gesucht

Frielendorf. Auf Frielendorf kommt ein Problem zu – der Hausärztemangel. Im Sommer geht der Hausarzt Dr. Bernd Becker in den Ruhestand.

Fünf Jahre versuchte der 67-Jährige vergeblich, einen Nachfolger zu finden. Knapp 2000 Patienten müssen sich einen neuen Hausarzt suchen.

Zwar haben sich laut Bürgermeister Thorsten Vaupel die beiden anderen Arztpraxen im Kernort und in Verna bereit erklärt, einen Großteil der Patienten aus den 16 Frielendorf Ortsteilen zu übernehmen. Langfristig gelöst ist das Problem damit allerdings nicht.

Denn bei einem Durchschnittsalter der Frielendorfer Ärzte von knapp 55 Jahren ist abzusehen, dass sich der Hausärztemangel in Frielendorf wie auch in anderen Gemeinden in unserer ländlichen Region dramatisch verschärfen wird.

Laut einer Analyse der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) liegt in elf Kommunen im Schwalm-Eder-Kreis der Altersdurchschnitt von Hausärzten über 55 Jahren.

„Realität ist, dass die jungen Ärzte nicht aufs Land wollen“, sagt einer der Frielendorfer Ärzte, Joachim Fleischhut (62). Die beiden Chirurginnen, die am Standort der Becker-Praxis bleiben, würden sofort einen Hausarzt einstellen, meint Fleischhut, aber man könne die Mediziner nicht zwingen, aufs Land zu kommen. Im Planungsbereich Schwalmstadt, der sich mit dem Altkreis Ziegenhain deckt, liegt der Versorgungsgrad an Hausärzten derzeit bei 110 Prozent. Das könnte sich allerdings in den nächsten Jahren ändern. Die KV-Analyse sagt im Schwalm-Eder-Kreis bis zum Jahr 2030 einen Nachfolgebedarf von bis zu 50 Prozent voraus.

In Frielendorf sucht man inzwischen nach Lösungen. An einem Runden Tisch wurde das Problem diskutiert, sagt der Bürgermeister. Kurzfristig könnte das Modell einer Gemeindeschwester die Situation abfedern.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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