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Zukunft für medizinische Versorgung: Hausarzt will in Morschen bleiben

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Die Mörscher Hausarztpraxis soll auch nach einer möglichen Übergabe von Dr. Margareta Jung an Marco Zimmermann zunächst am gewohnten Standort bleiben. Ein künftiger Standortwechsel ist jedoch möglich.
Die Mörscher Hausarztpraxis soll auch nach einer möglichen Übergabe von Dr. Margareta Jung an Marco Zimmermann zunächst am gewohnten Standort bleiben. Ein künftiger Standortwechsel ist jedoch möglich. © William Abu El-Qumssan

Für die Mörscher Praxis hat sich ein möglicher Nachfolger vorgestellt. Die Übergabe soll im kommenden Jahr stattfinden. Auch ein Standortwechsel ist Thema.

Morschen – In der Gemeinde Morschen kursierten jüngst Gerüchte, was künftig aus der Hausarztpraxis werden könnte. Bekannt war, dass das Praxisgebäude von Dr. Margareta Jung zum Verkauf steht. Das sorgte für Verunsicherung. In der Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstag stellte sich nun Marco Zimmermann als möglicher Nachfolger von Margareta Jung vor – und versuchte damit den Spekulationen ein Ende zu setzen.

„Ich möchte die ärztliche Versorgung in Morschen weiter gewährleisten“, sagte Zimmermann vor den Gemeindevertretern. Dass das aktuelle Praxisgebäude zum Verkauf steht, heiße nicht, dass es bald keinen Praxisbetrieb mehr gibt: „Ich verstehe, das besonders auf dem Land so etwas wie eine Arztpraxis mit einem Gebäude verbunden wird. Aber die Praxis ist nicht an ein Gebäude gebunden.“

Zimmermann sei im Falle seiner Übernahme der Praxis auf der Suche nach einem neuen Standort mit mehr Platz. Er wolle wachsen und könne sich so auch ein Medizinisches Versorgungszentrum mit weiteren Fachärzten in Morschen vorstellen. Er möchte mit Vision an die Sache herangehen.

Doch zunächst bleibt die Praxis da, wo sie ist. Zimmermann würde das Praxisgebäude im Falle seiner Übernahme im kommenden Jahr mieten wollen und somit den Mietvertrag von Margareta Jung einfach übernehmen. Mit der Übernahme ist laut Zimmermann auch nicht alles in trockenen Tüchern. „Da sind einige Formalien noch nicht durch.“

Und: Mit der Übergabe an Zimmermann ist Margareta Jung für ihre Patienten nicht aus der Welt. „Sie bleibt über das Jahr 2023 hinaus noch als Mitarbeiterin in der Praxis. Sie würde nur in ein Angestelltenverhältnis wechseln“, sagt Zimmermann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Und: Die Allgemeinmedizinerin werde sogar weiterhin in Vollzeit praktizieren. Bereits seit acht Jahren stehen Margareta Jung und Zimmermann in Kontakt. „Ich habe schon während des Studiums meine Pflichtpraktika in der Mörscher Praxis gemacht.“ Schon früh habe Margareta Jung bei ihm angefragt, ob er sich vorstellen könne, die Praxis eines Tages zu leiten.

„Da hat sie gute Arbeit geleistet“, sagt Zimmermann. Seit zweieinhalb Jahre arbeitet er schon in der Praxis am Ortsrand von Neumorschen. Zurzeit ist der 31-Jährige noch Arzt in Weiterbildung. Demnächst steht seine Facharztprüfung an. „Ich kenn also die Patienten und das Team“, sagt Zimmermann. „Ich denke, dass ich da gute Voraussetzungen mitbringe.“

Der Arzt hat laut Morschens Bürgermeister Ingo Böhm selbst darum gebeten, sich bei den Gemeindevertretern vorzustellen. „Das ist ein starkes Zeichen“, sagt Böhm. Es freue ihn sehr, dass Zimmermann seine Zukunft in der Gemeinde Morschen sieht. „Wir unterstützen ihn gerne in jeglicher Art und Weise.“

Wegen der Suche nach einem neuen Praxisgebäude wandte sich Zimmermann zuversichtlich an die Gemeindevertreter: „Wer was weiß, kann sich gerne melden.“ (William Abu El-Qumssan)

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