35 Haushalte machen mit bei Energie-Forschungsprojekt

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Jetzt darf gewaschen werden: Scheint die Sonne im Wolfhager Solarpark, wird Energie produziert und die Stromtarife sinken. 35 Haushalte sollen das System innerhalb eines Forschungsprojektes testen.

Wolfhagen. Das Interesse war größer als erwartet: 173 Wolfhager Haushalte wollten bei dem einzigartigen Forschungsprojekt der Stadtwerke Wolfhagen für eine Energieversorgung der Zukunft mitmachen.

Im Juni wurden 35 Testhaushalte ausgesucht. Sie werden im kommenden Jahr mit speziellen Haushaltsgeräten ausgestattet und erhielten jetzt bereits neue Stromzähler.

Ziel des sogenannten Demand Side Management, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, ist es, ein intelligentes Energiesystem zu testen, mit dem sich Haushaltsgeräte automatisch an die Wolfhager Wind- und Solarkraftbedingungen anpassen. Gleichzeitig testen die Stadtwerke ein Stromtarif-Modell, in dem sich mehrmals am Tag der Strompreis ändert - je nachdem, wie die Bedingungen auf dem Rödeser Berg und im Solarpark sind. Das Projekt läuft bis April 2017.

Stromzähler installiert 

In diesen Tagen wurden die letzten Stromzähler installiert. Projektleiter Markus Huntzinger und sein Team wollen nun über ein halbes Jahr Verbrauchsdaten der Testhaushalte sammeln. Viertelstündlich wird der Stromverbrauch ermittelt und erfasst. Diese Daten dienen bei der Auswertung des Forschungsprojektes als Vergleichsbasis.

Im ersten Quartal 2016 werden die intelligenten Haushaltsgeräte und die passende Steuerungselektronik installiert. Für die Testhaushalte gelten dann außerdem zeitvariable Tarife: Die Stadtwerke berechnen den Strompreis auf Basis der regenerativen Erzeugung und des Stromverbrauchs in Wolfhagen. In der Simulation kann Strom dann morgens teurer sein als mittags. Die Haushalte können Geld sparen, wenn sie sich daran anpassen. „Das wollen wir mit der Technik, die wir erproben, so komfortabel wie möglich machen,“ erklärt Markus Huntzinger.

Mitte 2017 wertet das Projektteam der Stadtwerke die gesamten Daten aus: Haben die Verbraucher ihr Verhalten geändert? Hat sich der Stromverbrauch an die Erzeugung durch Wind und Solarkraftwerke angepasst? Eignet sich die Technik dazu? Dabei sind auch Rückschlüsse auf Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen möglich, wie Huntzinger betont: „Es ist uns gelungen, eine große Bandbreite an unterschiedlichen Haushalten zu gewinnen: Jüngere Wolfhager machen ebenso mit wie ältere, Singles ebenso wie Familien - und auch die Stadtteile sind beinahe komplett vertreten.“ Am Ende des Projektes hofft Huntzinger so auch zum Beispiel Aussagen darüber treffen zu können, ob sich jüngere Wolfhager anders verhalten als ältere, ob Angehörige technischer Berufe die Möglichkeiten des Systems besser nutzen als Menschen mit kaufmännischen Berufen.

Weitere Informationen im Internet unter www.stadtwerke-wolfhagen.de

Quelle: HNA

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