Kosten für eine neue Grube liegen bei knapp 10.000 Euro 

Hausklärgruben in Ellenberg werden derzeit überprüft

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Pumpen das Abwasser ab: von links Matthias Popelar (Firma Fehr) und Martin Wambach vom Bauhof Guxhagen in Ellenberg. 

Ellenberg. Wer in Ellenberg derzeit einen unangenehmenen Geruch wahrnimmt, sollte Ausschau nach einem großen Lastwagen mit Tank halten. 228 Gruben stehen hier auf dem Prüfstand.

Wer in Ellenberg derzeit einen unangenehmenen Geruch wahrnimmt, sollte mal Ausschau nach einem großen Lastwagen mit Tank halten. Im Guxhagener Ortsteil werden nämlich gerade die Hausklärgruben auf ihre Dichtigkeit hin überprüft und wenn nötig saniert. 228 Gruben stehen auf dem Prüfstand, teilt Tatjana Weiland von der Gemeinde Guxhagen mit. Im schlechtesten Fall muss eine neue Grube her. Kosten: knapp 10.000 Euro.

Die Abwasser-Firmen Brokmeier aus Nordrhein Westfalen und Degenhart aus Thüringen sind für die Überprüfung und Sanierung zuständig. Das vorige Ausleeren der Gruben übernimmt die Entsorgungsfirma Fehr aus Lohfelden. 11.000 Liter Abwasser fasst der Lastwagen, mit dem Fehr anrückt. „Je nachdem, wie groß die Gruben sind, können wir zwei bis drei in einer Tour abpumpen“, erklärt Matthias Popelar von Fehr. Dafür wird ein dicker Schlauch vom Fahrzeug in die Grube gelegt.

Ein Bauhof-Mitarbeiter, unter anderem Martin Wambach, hält den Schlauch, mit dem das Abwasser aus der Grube gesaugt wird. Währenddessen hackt Popelar mit dem Spatel die obere Schicht aus Fäkalien und Klopapier klein, damit der Schlauch nicht verstopft. „An den Geruch gewöhnt man sich“, sagt Popelar lachend. Anschließend wird die Grube mit Wasser ausgespritzt. Das abgepumpte Abwasser kommt nach Grifte in die Kläranlage.

145 der Hausklärgruben wurden von Brokmeier überprüft – mindestens acht davon befinden sich in so einem schlechten Zustand, dass eine neue Grube her muss, berichtet Dieter Griesel, der ehrenamtlich die Organisation in die Hand genommen hat. 7000 bis 8000 Euro kostet eine neue Grube, sagt Gas- und Wasserinstallateur Uwe Pahne (Brokmeier).

Er ist derjenige, der „unter Tage“ arbeitet. „Wenn ich unten ankomme, sehe ich sofort, ob sich eine Sanierung lohnt.“ Die Kosten dafür belaufen sich für den Hauseigentümer auf etwa 1000 Euro. Pahne prüft zunächst die Fugen und die Ein- und Ausläufe – das seien die Schwachstellen. Mit Schnellzement und Spezialmörtel verschmiert er undichte Stellen. Bis zu vier Stunden verbringt er in einer Grube, die zwischen 2,50 und 3,50 tief ist. „Früher wurden auch Feldsteine mit in den Beton eingearbeitet“, sagt er. Teils seien diese mit der Zeit herausgefallen und das Abwasser könne ungehindert in die Erde sickern.

Durch die groß angelegte Überprüfung seien einige Überraschungen zutage getreten, sagt Griesel. Bei einem Haus sei die Hausklärgrube gar nicht angeschlossen gewesen. Das Abwasser floss ungefiltert direkt vom Haus zur Teichkläranlage, die schließlich nur für die Reinigung dünnflüssiger Abwässer ausgelegt ist. „Davon geht unsere Anlage kaputt“, sagt Griesel. Bei der Überprüfung in Ellenberg handele es sich um eine Ausnahmesituation, sagt Pahne. „So viele Sanierungen auf einmal haben wir vorher noch nicht gemacht.“

Quelle: HNA

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