Weltgesundheitstag

Die Haut bietet rundum Schutz: Dermatologin zum Umgang mit unserem größten Sinnesorgan

Untersuchung: Mit dem Dermatoskop inspiziert Prof. Dr. Pia Freyschmidt, Hautärztin in Schwalmstadt, die Haut einer Patientin. Foto: Schmitt

Schwalm-Eder. Die Haut – mit etwa zwei Quadratmetern und einem Gewicht von bis zu zehn Kilo – ist das größte Sinnesorgan des Menschen. Und dennoch gehen viele stiefmütterlich mit ihr um.

Sie wird häufig unzureichend geschützt und Schädigungen ausgesetzt, sagt Prof. Dr. Pia Freyschmidt, Dermatologin mit eigener Praxis im Ärztehaus in Schwalmstadt-Treysa.

Dabei sei die Pflege der Haut recht einfach. Sie braucht stets genügend Fett, um ihre Aufgabe als Schutzschirm erfüllen zu können. Doch viele Menschen seien dazu zu träge. Die Folge sind Schäden, die zum Teil übel ausgehen können. So braucht das große Sinnesorgan im Winter besondere Aufmerksamkeit. Denn durch die trockene Luft in den beheizten Räumen wird die Haut spröde und rissig. Dazu kommt, dass vor allem in Erkältungszeiten, die Hände häufig gewaschen werden. Und mit jedem Mal verliert die Haut den schützenden Fettfilm.

Dabei bildet die gesunde Haut eine geschlossene Schicht und schützt so den Körper vor Bakterien, Viren und anderen unliebsamen Krankheitserregern. Hornzellen und Talgdrüsen helfen, den Schutz zu gewährleisten. Unterstützt werden kann die Haut mithilfe von Fettcremes. Sehr gut geeinet sind laut Pia Freyschmidt dafür Wollwachssalbe und Vaseline, denn sie sorgen für den nötigen Fettfilm, den die Haut für ihre Aufgaben braucht. Der Nachteil: Die Fettschicht bleibt lange auf der Oberfläche erhalten, was in manchen Berufen nicht dienlich ist. Deshalb greifen die meisten zu wasserhaltigen Cremes und Lotionen, die schnell abtrocknen, wenn das Wasser verdunstet ist. Der Nachteil: Das Nachfetten der Haut wird damit nicht unterstützt.

Problematisch ist auch das Frühjahr. Denn über den Winter wurde der Fettfilm in Mitleidenschaft gezogen und ist aufgebraucht. Der Neuaufbau nimmt Zeit in Anspruch. „Viel Geduld ist nötig, und immer wieder Creme auftragen ist der richtige Weg“, sagt die Fachärztin.

Sonnenlicht ist für den menschlichen Organismus zur Produktion von Vitamin D nötig. Aber Vorsicht bei Sonnenbädern. „Jeder Hauttyp verträgt unterschiedlich viel Sonne“, sagt Freyschmidt. Maßvolles Sonnenbaden sei deshalb angebracht, um einen Sonnenbrand zu verhindern. „Jeder Sonnenbrand erhöht das Krebsrisiko“, fasst die Medizinerin zusammen. Ihr Rat: Je nach Hauttyp mit der entsprechenden Sonnencreme einreiben und immer wieder nachcremen, jedoch nie die Höchstdauer überschreiten.

Denn zuviel Sonne führt zu Schäden, die im günstigen Fall nur vorübergehend sind und die Haut nur schneller altern lassen. Im ungünstigen Fall enden ausgiebige Sonnenbäder mit einem Hautkrebs. Auch Kleidung, sofern es sich nicht um spezielle Hemden zur Abwehr von UV-Strahlung handelt, bietet keinen verlässlichen Schutz.

Gefahren drohen der Haut auch bei Entzündungen. Roter, rissiger und juckender Haut mangelt es an Fett. Abhilfe schaffen können Cremes. Doch ändert sich in ein bis drei Wochen nichts, sollte ein Dermatologe aufgesucht werden.

Vor einem Problem, das vor allem ältere Menschen betrifft, warnt Freyschmidt besonders. Häufig waschen sich Senioren mit Seife und Waschlappen. Dabei wird allerdings die Seife nicht vollständig von der Haut entfernt. Die Folge: Der Fettfilm wird aufgelöst und es kommt zu einer gefährlichen Austrocknung. Duschen und anschließendes Eincremen ist schonender für die Haut, sagt die Fachärztin.

Quelle: HNA

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