Haydauer Filmtage: Studenten zeigen Trick- und Dokumentarfilme

Tobias Böhm

Altmorschen. „Dunkle Geschichte trifft auf lustige Animationsfiguren“ – diesen Programmbogen spannen die 8. Haydauer Filmtage, zu denen der Kulturring im Förderverein Kloster Haydau einlädt.

Diesmal zeigen Studierende der Kunsthochschule Kassel am Donnerstag und Freitag, 11. und 12. August, ihre Werke aus den Bereichen Film, Dokumentation, Trickfilm und Videokunst. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr im Klosterpark Altmorschen.

Ein Höhepunkt ist diesmal der 116-minütige Dokumentarfilm „Verborgen in Schnuttenbach“ von Thomas Gerhard Majewski, heißt es in einer Ankündigung. Dabei können die Zuschauer eintauchen in die Vergangenheit eines kleinen bayerischen Dorfes zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Dorfbewohner und Kriegsgefangene brechen erstmals ihr Schweigen, decken tief liegende Geheimnisse auf und gewähren einen bewegenden Einblick in deutsche Geschichte. Verborgen in Schnuttenbach lebt nicht nur von der Emotionalität seiner Zeitzeugen – sei es SS-Mann, Magd, Hitlerjugendlicher oder Oberfeldwebel. Der Filmemacher taucht mit seinen Zeitzeugen auch in immer tiefer liegende Geheimnisse der Vergangenheit ein. Mit dem Film gewann Thomas Gerhard Majewski den „Goldenen Herkules“ beim Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest 2009. Auf Anfrage können Gruppen den Film als Sondervorstellung buchen.

„Das Tolle: Auch in diesem Jahr sind wieder viele Filmemacher anwesend, um Fragen der Zuschauer zu beantworten.“

„Wir freuen uns, mit Verborgen in Schnuttenbach den erfolgsreichsten Dokumentarfilm der Kunsthochschule Kassel zeigen zu können“, sagte Organisator Tobias Böhm. Andere Filme seien bei den Filmtagen zum ersten Mal zu sehen, bevor sie auf internationalen Festivals liefen. Böhm: „Das Tolle: Auch in diesem Jahr sind wieder viele Filmemacher anwesend, um Fragen der Zuschauer zu beantworten.“

Das Programm in der Übersicht

• Donnerstag, 11. August, ab 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr) Kurzfilmprogramm. Gezeigt werden unter anderem folgende Filme:

• Alf und Sven. Dokumentarfilm von Christine Schäfer. Zum Inhalt: Zwillingen sagt man eine lebenslange Verbundenheit nach: Bei Alf und Sven ist das eindeutig der Fall. Geboren am 7. Mai 1926, leben sie nun seit gut 85 Jahren zusammen und teilen ihren Alltag. Warum sie die gleichen Klamotten tragen und ob sie passende Zwillingsschwestern gefunden haben, erfährt man in diesem Dokumentarfilm.

• Abgerollt. Ein klassischer Zeichentrickfilm von Luise Streitenfeld, der ein Abenteuer im Leben einer Klopapierrolle zeigt.

• Der Baron der Raben. Ein Zeichentrick von Daniel von Bothmer, bei dem der Zuschauer überraschend eine Audienz bei einem Baron der Raben erhält. Dieser erzählt von seiner besonderen Beziehung zu seinen gefiederten Freunden. Die Raben geben sich dankbar für seine großherzige Art und Weise, jedoch ist nichts, wie es scheint. Das Ganze ist eine abenteuerliche Geschichte mit der Raffinesse eines klugen Kriminalromans.

• Das Leben ist hart, wenn man auf dem Land wohnt. Digitaler Zeichentrickfilm von Stefan Vogt, zu dem die Veranstalter anmerken: Je kleiner die Siedlung, desto anfälliger ist sie.

• The Talented Wilhelm Tell. Digitaler Zeichentrickfilm von Federico Martin; zum Inhalt: Ein mittelalterliches, idyllisches Szenario wird von einem Störenfried tyrannisiert, bis Wilhelm Tell seinen berühmten Trick mit dem Apfel vorführt und ganz nebenbei wieder für Ruhe und Ordnung sorgt.

• Warum hasst jeder Autos. Ein digitaler Zeichentrickfilm von Stefan Vogt, in dem Autos als die wahrscheinlich komischste Erfindung thematisiert werden.

Freitag, 12. August, 19.30 Uhr: Verborgen in Schnuttenbach. Dokumentarfilm von Thomas Gerhard Majewski; im Anschluss feierliche Preisverleihung. (lgr)

Quelle: HNA

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