Heilbäder haben Krise überwunden

Wellness sorgt in Kurorten wie Bad Zwesten für Aufschwung

Schwalm-Eder. Auf die Wiederbelebung des alten Begriffs Kur will der Hessische Heilbäderverband nicht setzen. Stattdessen wollen die Kurbäder - zu denen auch Bad Zwesten als einziger Ort im Landkreis gehört - mehr mit Wellness werben.

Damit sind die Zeiten von morgens Fango und abends Tango wohl endgültig vorbei.

In Bad Zwesten gingen jetzt die Mitglieder der Verbandsversammlung Hessischer Heilbäder auf die Suche nach neuen Wegen. Dabei wurde deutlich, dass der Wandel auch Chancen berge.

Der Kurbereich ähnele sehr stark den Wellness-Angeboten und dieser Bereich boome. Man müsse es aber richtig anfassen, um daraus auch weiter Gewinne zu schlagen, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Ronald Gundlach.

Nach der Gesundheitsreform in den neunziger Jahren hätten die Bäder stark unter der Abschaffung der bis dahin üblichen Kuren gelitten, sie mussten Umsatzrückgänge bis zu 35 Prozent verkraften.

Umdenken war angesagt und das gelang in vielen Orten. Es wurden Angebote geschaffen, um Menschen zu bewegen, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun. Diese Krise sei erfolgreich bewältigt worden, so Gundlachs Fazit. Etwa 25 Prozent der Gäste in den 30 hessischen Heilbädern kurten mittlerweile auf eigene Kosten. In Bad Zwesten erreiche man etwa 15 Prozent, so Bürgermeister Michael Köhler.

Ein wichtiger Faktor für den Heilbadbetrieb seien die Tagesgäste, die Wellnessangebote in den Hotels nutzten. „Wir müssen so gut sein, dass die Gäste wiederkommen,“ sagte Gundlach. Doch schon stehe die nächste Herausforderung an: Der demografische Wandel stelle die Heilbäder vor neue Aufgaben. Die Gäste seien heute älter, darauf müsse man sich einstellen. Barrierefreiheit ein wichtiger Aspekt.

Von Christine Thiery und Maja Yüce

Quelle: HNA

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