Ewa Stuhlmann schenkt Riebelsdorfer Kirchengemeinde Königs- und Krippenfiguren

Heilige Geschichte in Holz

Schmücken bis zum Dreikönigstag die Kirche: Küsterin Ewa Stuhlmann hat diese Szene gestaltet. Künftig sollen die Figuren von Dezember bis Januar das Gotteshaus schmücken. Foto: Rose

Riebelsdorf. Das Epiphaniasfest ist das älteste Fest der Kirche: Es wurde im Osten schon um 300 gefeiert. Im Laufe der Zeit verlagerte sich im Westen der Schwerpunkt auf die Geschichte von den drei Weisen aus dem Morgenland. Heute ist der 6. Januar als Gedenktag in der evangelischen und der katholischen Kirche als Dreikönigstag bekannt. Drei Könige zieren seit einigen Tagen auch die evangelische Kirche in Riebelsdorf. Sie sind Teil einer handgearbeiteten Krippe. Küsterin Ewa Stuhlmann hat die Figuren selbst hergestellt und sie der Kirchengemeinde geschenkt.

„Die Überraschung unter den Gemeindemitgliedern war groß“, erzählt Pfarrerin Sabine Georges. Denn erst nach und nach – jeweils in den Adventsandachten – zog eine Figur nach der anderen ins Gotteshaus ein. Die Idee, eine Krippe zu bauen, hatte Ewa Stuhlmann schon länger: „Ich kenne das aus meiner Kindheit. In Polen ging man in der Adventszeit in die Kirche, um die Krippe anzuschauen.“ Hier in Deutschland habe sie festgestellt, dass die Kinder keine Verbindung zu Krippen hätten.

Arbeiten dauerten ein Jahr

Als sie eines Tages ähnliche Figuren in einem Buch sah, war klar – auch in der Riebelsdorfer Kirche sollte künftig die christliche Szene die Gemeindeglieder erfreuen und berühren. Ein ganzes Jahr lang haben die Säge- und Schleifarbeiten an Maria und Josef, der Krippe, dem Hirten, den Schafen und den Königen gedauert. „Jetzt kann ich Künstler verstehen, wenn es ihnen schwer fällt, sich von einem Kunstwerk zu trennen“, sagt Ewa Stuhlmann.

Gedanklich habe sie sich das komplette Jahr über mit der Geschichte beschäftigt. Die Figuren selbst bei sich zuhause aufzustellen – daran hat die gebürtige Polin nie gedacht. „Eine Krippe gehört in eine Kirche“, ist sie überzeugt.

Schlichte Formensprache

Auch Pfarrerin Georges ist ganz angetan vom neuen, schlichten Schmuck für die Kirche. Die Figuren hätten viel Charme, jede ihren eigenen Charakter. „Bei einem der Könige erinnert die Maserung des Holzes an den Faltenwurf eines Mantels oder Umhanges“, erklärt sie. Ewa Stuhlmann hat die Gestaltung bewusst schlicht gehalten. Die klare Formensprache wird durch die natürliche Holzoptik unterstützt. „Hätte ich die Figuren bemalt, wären sie lange nicht so ausdrucksstark“, sagt die Küsterin. Schließlich sei auch die Kirche selbst recht schlicht. Noch bis morgen, 6. Januar, werden die Krippenfiguren die Kirche schmücken – und künftig in jeder Adventszeit.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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