Heilige Messe als Projektthema: Stefan Reitz dirigiert Konzert mit mehr als 80 Sängern

Markant und bisweilen wie in höheren Spären schwebend: Projektchor aus Schülern, Eltern, Lehrern und Freunden der Melanchthon-Schule erarbeitete eine außergewöhnliche Programm folge, geleitet von Stefan Reitz (links). Foto: Kerstin Diehl

„Eine Messe“: So hat Stefan Reitz sein jüngstes Programm mit dem Projektchor der Melanchthon-Schule Steinatal genannt. Nein, keine Verbraucherausstellung, wie wohl so mancher Schüler laut Umfrage annahm.

Und doch ein mitunter überaus hilfreiches Programm, den Alltag zu bewältigen – die Messe – Grundform evangelischer und katholischer Gottesdienste, von der Anrufung Gottes (Kyrie) über die Anbetung (Gloria), das Glaubensbekenntnis (Credo), das Sanctus, den Lobpreis Gottes, bis hin zum Agnus Dei als letzten Teil.

Das Konzertprogramm hatte den Anspruch, die Heilige Messe, wie sie vor allem in der katholischen Kirche praktiziert wird, mit der musikalischen Messe in Einklang zu bringen – was durchaus gelang. In nur acht Wochen Probenzeit war es den 70 Sängerinnen und Sängern des Großen Chors sowie den gut einem Dutzend Stimmen des Kinderchors gelungen, ein sowohl andächtiges wie auch inspirierendes Programm zu gestalten.

Die Gesänge waren so abwechslungsreich, dass das Konzert wie im Fluge verging – immer wieder überraschend, wie sich die strenge Form der Messe musikalisch weiter entwickelt hat, besonders markant in der Vertonung des Sanctus des erst 1978 geborenen norwegischen Komponisten Ola Gjeilo. Von dem ehemaligen Melanchthon-Schüler Valentin Pfalzgraf am Klavier und Keyboard eindrucksvoll eingeleitet, schien der Chor anschließend in musikalischen Himmelssphären zu schweben – so sehr gingen die zum Teil sehr hohen Stimmen ineinander über und verschmolzen zu beeindruckenden Klängen, die nicht von dieser Welt zu sein schienen – Hosianna in der Höhe.

Nicht zuletzt das Gloria aus der musikalischen Feder von John Leavitt (Jahrgang 1956) war ein besonderer Hörgenuss, so überaus kraftvoll, lebendig, fast fetzig intonierte der Chor das Ehre sei Gott in der Höhe. Im Kontrast dazu der nicht minder beeindruckender Satz von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), den der Chor auch als Zugabe am Ende des gut einstündigen Konzerts wiederholte. Zuvor erklang das „Heilig ist der Herr“ aus der Deutschen Messe von Franz Schubert (1797-1828) als wohltuende, beruhigende Vertonung des Sanctus. Mit dem Credo als gesprochenes Stimmengewirr, der Meditation am Klavier von Valentin Pfalzgraf mit Mozarts Adagio aus der Klaviersonate F-Dur sowie dem anregenden Wechsel von Kinderchor und Großem Chor war den Aufführenden ein beeindruckendes Konzertprogramm gelungen, das die Besucher in der gut gefüllten Schlosskirche Ziegenhain mit kräftigem Applaus honorierten.

Noch einmal heute, Donnerstag, um 19.30 Uhrin der katholischen Kirche Maria-Hilf Trutzhain.

Quelle: HNA

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