Ross Schwalm aus den USA zu Besuch in der Schwalm

Der Heimat auf der Spur

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Gemeinsamer Fototermin vor Schwälmer Motiv im Willingshäuser Rathaus: Journalist Stefan Prinz aus Schrecksbach (von links), Erster Beigeordneter Manfred Ries, Carol und Ross Schwalm aus den USA sowie Bürgermeister Heinrich Vesper. 

Willingshausen. Schwalm in der Schwalm – der Name unserer Region ist nicht nur hier namhaft, sondern hat sich auch in den USA sehr weit verbreitet: Gut 240 Jahre ist es her, dass der Willingshäuser Bauernsohn Johannes Schwalm als englischer Soldat nach Amerika ging und dort eine neue Heimat fand.

Grund genug für seinen Nachfahren Ross Schwalm (57) und seine Frau Carol (55), ihren Willingshäuser Wurzeln nachzuspüren.

„You are lucky – your office is a museum“: Sie haben es gut, ihr Büro ist ein Museum“, sagte Ross Schwalm, während Bürgermeister Heinrich Vesper und Erster Beigeordneter Manfred Ries den Besuch aus Amerika durch das Rathaus in Wasenberg führten, vorbei an zahlreichen Werken von ehemaligen Kunststipendiaten.

Der Kontakt nach Willingshausen war durch Stefan Prinz (41) aus Schrecksbach entstanden. „Ich habe nach Verwandten von mir gesucht, die nach Amerika ausgewandert sind“, so der Journalist und ehemalige Mitarbeiter der HNA, der derzeit als stellvertretender Chefredakteur in Solingen arbeitet. Seine Verwandten hat er bei der Recherche nicht aufspüren können, dafür aber Ross Schwalm.

1000 Nachkommen

Der 57-Jährige, der heute in Virginia lebt und bei der Armee tätig war, ist einer von mittlerweile rund tausend Nachkommen von Johannes Schwalm. 300 Mitglieder gehören der „Johannes Schwalm Association“ mit Ross Schwalm an der Spitze an, einer Vereinigung, die sich vor 40 Jahren in Scotland, Pennsylvania gegründet hat – 200 Jahre, nachdem Johannes Schwalm nach Amerika kam.

Einige Nachkommen Johannes Schwalms haben bereits 1976 Deutschland besucht und ein Buch über die Willingshäuser Wurzeln verfasst. Seitdem berichtet das Journal „The Hessians: Journal oft the Johannes Schwalm Historical Association“ fast jährlich über die Aktivitäten der großen Schwalm-Familie in Übersee, die aktuelle Auflage überreichte Ross Schwalm Bürgermeister Vesper.

Schwälmer Leckereien

Von Willingshausen aus machte der Besuch aus Amerika noch einen Abstecher nach Weimar, um das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald zu besichtigen, das Ross Schwalms Onkel John Marc Schwalm als Major der 6. Armee im Zweiten Weltkrieg zu befreien half. Das ehemalige Hirtenhaus in Willingshausen, die „Gürre Stubb“ sowie ein Besuch der Brauerei Haaß in Treysa waren weitere Stationen der dreitägigen Stippvisite in der Schwalm. Schwalm jedenfalls hat sich auf Anhieb wie zu Hause gefühlt: „Looks like home“, sagte er.

Ein Schwälmer in der Neuen Welt 

Johannes Schwalm, Bauernsohn aus Willingshausen, war 16 Jahre alt, als ihn vor gut 240 Jahren preußische Soldaten auf der Suche nach frischen Rekruten mitnahmen. Von der Wasserfestung Ziegenhain aus ging es für den jungen Burschen zu Fuß nach Bremerhaven, von wo aus er nach England verschifft wurde. Als englischer Soldat wurde er nach Amerika verschickt und nahm 1776 am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teil. Nach seiner Gefangenschaft entschied sich der Schwälmer, in Amerika – der Neuen Welt – zu bleiben. Er ließ sich im heutigen Bundesstaat Pennsylvania nieder, heiratete und gründete eine Familie.

Quelle: HNA

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