Kurt Lumm hat eine Dorfchronik für Melgershausen geschrieben – Druck Anfang Juli

Heimat der Spichelköppe

Ein Stück Ortsgeschichte: Kurt Lumm mit der Chronik. Das Titelbild (oben) zeigt die Alte Hofreite Vogt im Jahr 1920 an der heutigen Kreuzung Helterbachstraße/Melsunger Straße. Foto: Féaux de Lacroix

Melgershausen. Sie ist 704 Seiten dick und hat Kurt Lumm fünf Jahre Arbeit gekostet: Anfang Juli soll die Dorfchronik des Felsberger Stadtteils Melgershausen in Druck gehen. In zehn Kapiteln hat Lumm die Geschichte seines Heimatortes zusammengefasst.

„Ich bin schon ein bisschen stolz, dass ich das hingekriegt habe“, sagt Lumm und schmunzelt. Die Idee kam dem heute 74-Jährigen 2005 bei einem Spaziergang am Kesselkopf. Dort wurde 1805 der letzte Wolf Niederhessens erschossen – daran erinnert bis heute ein Gedenkstein. Diese Geschichte wollte Lumm aufschreiben, damit sie nicht in Vergessenheit geriet.

Idee kam bei Spaziergang

Der gebürtige Melgershäuser, der heute in Melsungen lebt, verfasste einen Artikel für das Internetportal HNA-Regiowiki. Doch es blieb nicht bei dem einen Text. Immer wieder fiel Kurt Lumm etwas ein, das man im Artikel über Melgershausen noch ergänzen könnte. „Irgendwann wurde das zuviel“, sagt Lumm. Also fing er an, ein ganzes Buch über die Geschichte Melgershausens zu schreiben: die Dorfchronik.

Die Informationen stammen überwiegend aus Zeitzeugenberichten, zum Teil auch aus dem Staatsarchiv. Im Gensunger Stadtarchiv hat Lumm ebenfalls nach alten Dokumenten gesucht – „aber da gab es so gut wie nichts aus Melgershausen“, erzählt er. Ein Grund mehr für Lumm, Informationen über seinen Heimatort zu sammeln.

Aber nicht nur für Melgershäuser ist die Lektüre interessant: „Es kommen auch die Nachbarorte wie Heßlar, Felsberg und Melsungen vor“, erklärt Lumm. Der Inhalt der Chronik reicht von archäologischen Funden in Melgershausen aus dem Jahr 3000 v. Chr. bis hin zu aktuellen Ereignissen wie dem Neubau der Helterbachtalbrücke.

Gespickt ist das Ganze mit kuriosen Anekdoten: Der Leser erfährt zum Beispiel, wie die Melgershäuser zu ihrem Spitznamen „Spichelköppe“ (Spiegelköpfe) kamen und dass der Ort Anfang des 19. Jahrhunderts ein Treffpunkt für Räuber war. Darüber hinaus finden sich in der Chronik viele Fotos – historische und aktuelle.

„Mir hat’s Spaß gemacht“, sagt er. Dennoch ist er froh, wenn die Dorfchronik endlich gedruckt und gebunden ist. „Dann habe ich endlich wieder mehr Zeit für lange Spaziergänge mit meiner Lebensgefährtin“, sagt er. Aber vielleicht stößt er beim nächsten Spaziergang gleich wieder auf eine Geschichte, die noch erzählt werden muss. • Vorgestellt wird die Dorfchronik voraussichtlich am 31. August im Dorfgemeinschaftshaus in Melgershausen. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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