Oskar Breiding beschäftigt sich seit 50 Jahren mit der Homberger Geschichte und kennt jeden Stein

Die Heimat hat viele Ansichten

Oskar Breiding

Homberg. Es gibt wohl kaum ein historisches Haus in Homberg, das Oskar Breiding nicht schon längst vermessen, gezeichnet und beschrieben hat. Von Burg, Kirche und Stadthalle gar nicht erst zu reden: Der 68-Jährige beschäftigt sich seit genau 50 Jahren mit der Historie der Kreisstadt – und kennt deshalb auch beinahe jeden Stein, der in der Altstadt verbaut wurde.

In den fünf Jahrzehnten seiner Geschichtsforschung hat Oskar Breiding ein umfassendes Archiv an Fotos, Zeichnungen und Presseartikeln zusammengetragen. Sie alle kennen nur ein einziges Thema: die Stadt Homberg. Im Laufe eines halben Jahrhunderts hat Oskar Breiding damit Wissenswertes, Erhaltenswertes, Spannendes zusammengetragen – und das seit seiner Jugend.

Funke sprang über

Dabei ist es längst keine Selbstverständlichkeit, dass ein 19-Jähriger der Faszination Lokalgeschichte erliegt. Der Funke sprang von einem Kollegen vom Katasteramt über, bei dem Breiding den Beruf des Bau- und Vermessungstechnikers erlernte. Dieser Kollege bezog ihn in die Vermessung der Homberger Stadtkirche ein. Und legte damit den Grundstein für eine lebenslange Begeisterung.

Die schürte auch der Homberger Heimatforscher Erich Kaiser, der Breiding motivierte, sich mit der Vergangenheit seiner Heimatstadt auseinander zu setzen. Und das tat Breiding. Intensiv: So war er 1961 Gründungsmitglied des Geschichtsvereins und leitete dessen Jugendabteilung.

Die Liste seiner Aktivitäten ist endlos lang: Er erstellte Modelle von Gebäuden, Burgen, Kirche, gestaltete Plakate und Medaillen, fertigte Karten und Skizzen, erfasste Grabmale auf dem Alten Friedhof, erstellte Stadtpläne, plante Ausstellungen, nahm den Bestand alter Inschriften auf, erstellte Schriften, Broschüren, Geschichtshefte.

Heute ist der 68-Jährige schwer krank. Doch sein Interesse an der Vergangenheit ist ungebrochen groß. Geschichte, das bedeutet für Oskar Breiding längst nicht das Wälzen verstaubter alter Akten. Geschichte, das ist für ihn das, was die alten Straßen und Häuser in Homberg atmen und ausstrahlen. Das Wissen, das Breiding in einem halben Jahrhundert angesammelt hat, hat er festgehalten und dokumentiert.

1000 Zeichnungen von Homberg und Umgebung hat er gefertigt und gesammelt. Und um die 50 000 Artikel, sagt er, gibt es in dem Archiv, das Erich Kaiser angelegt und Breiding weiter geführt hat. Alleine damit hat Breiding Geschichte geschrieben.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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