Solupharm setzt auf Mitarbeiter – 40 Millionen Euro Umsatz mit 280 Angestellten

Ein heimlicher Champion

Im Hintergrund: Friedemann Seitz, im Bild am Firmensitz in Melsungen, drängt nicht an die Öffentlichkeit. Der Chef von Solupharm bleibt auch mit seinem Unternehmen gerne im Hintergrund. Der Lohnhersteller produziert Arzneien in Ampullen. Fotos: Dewert

Melsungen. Bemerkenswert und herzlich. Das beschreibt die Melsunger Firma Solupharm. Geradezu angenehm wird man umfangen von freundlichen Mitarbeitern, hellen Räumen, Kunst und Betriebsamkeit.

Im Schatten des ehemals größten Auftraggebers, der B. Braun Melsungen AG, ist Solupharm seinen Kinderschuhen entwachsen. In einer der modernsten Fertigungsanlagen in Deutschland entstehen Parenteralia, Glasampullen mit Arzneimitteln in steriler Umgebung.

„Wir produzieren für mehr als 80 Kunden weltweit Infusionen und Injektionen“, sagt Friedemann Seitz, Eigentümer in der 2. Generation. Und das macht der Lohnhersteller ausgezeichnet: das Unternehmen ist FDA-zertifiziert. Die FDA (Food and Drug Administration), ist die behördliche Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassungsbehörde der Vereinigten Staaten. Einer der strengen Ermittler adelte Solupharm zum Abschluss der Untersuchung mit der Aussage: „Ich würde ihre Produkte meinen Kindern geben.“

Seitz und Solupharm setzen auf Understatement und bleiben gern im Hintergrund: Im Auftrag von beispielsweise Hexal und Ratiopharm stellt das Melsunger Unternehmen die sterilen Arzneien her und befüllt sie in ebensolche Behältnisse.

So steril die Produkte sind, so persönlich soll der Umgang untereinander sein. „Für uns steht der Mitarbeiter als Mensch im Mittelpunkt“, sagt der 53-jährige Seitz. Der respektvolle Umgang miteinander steht daher natürlich in den Unternehmensleitlinien.

160 Millionen Ampullen und 16 Millionen Injektionsflaschen verlassen jährlich den Standort. „Wir hatten tolle Boom-Jahre. Jetzt wollen wir kämpfen, den Umsatz zu halten“, sagt Pharmazeut Seitz. Der Umsatz beträgt derzeit 40 Millionen Euro und die Eigenkapitalquote ist mit 80 Prozent ausgezeichnet. In den beiden kommenden Jahren soll der Standort an der Industriestraße wachsen: Sieben Millionen Euro investiert Solupharm in die Logistik und Verpackung – es wird der 5. Erweiterungsbau.

Die Keimzelle von Solupharm ist an der Bahnhofstraße. Von dort zog das Unternehmen 2007 ins Industriegebiet Pfieffewiese um. Am alten Standort betreibt Eva Seitz die Aesculap-Apotheke. 1964 gründete ihr Vater dieselbe und aus ihr ging das Unternehmen Solupharm hervor.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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