Motor der Melsunger Städtepartnerschaften

Heinrich Tollhopf starb mit 79 Jahren

Heinrich Tollhopf

Melsungen. „Ein Leben für die Idee der Versöhnung“, so lautete der Titel eines Artikels der HNA vom 21. Februar 1992, als Heinrich Tollhopf, der Gründer des Städtepartnerschaftsvereins Melsungen, nach 26-jähriger Tätigkeit als Vorsitzender sein Amt in jüngere Hände gab.

Nun ist Heinrich Tollhopf tot. Am Montag starb der Kämpfer für die Städtepartnerschaften, den viele dank seiner ruhigen und liebenswerten Art in guter Erinnerung haben.

Melsungen verdankt ihm alle Partnerschaften, die die Stadt unter seiner Führung im Laufe der Jahre geschlossen hat. Alles begann mit Dreux, erinnert sich sein Weggefährte Dr. Joachim Sturm: Heinrich Tollhopf lernte bei seinem Auslandsstudium in Dijon in den Jahren 1955 und 1956 Jean Poingt kennen, die beiden wurden enge Freunde, und aus dieser engen Freundschaft der beiden Lehrer - Poingt war inzwischen in Dreux - entstand später die Idee, die Partnerschaft zwischen den beiden Städten zu begründen. Im August 1966 wurde der Partnerschaftsvertrag in Melsungen, zwei Monate später in Dreux unterzeichnet.

Aus der Verschwisterung mit Dreux entwickelten sich weitere Verbindungen: 1982 mit Evesham in England, 1985 mit Todi im wunderschönen Umbrien (Italien) und 1990 mit Koudougou in Burkina Faso. Alle diese Städte hatten bereits eine Partnerschaft mit Dreux, die gemeinsame Partnerschaftsfamilie wurde also immer größer. Ebenfalls 1990 kam im Rahmen der 800-Jahrfeier in Melsungen noch Bad Liebenstein in Thüringen dazu. Der wahre Motor dieser Entwicklung hieß immer Heinrich Tollhopf.

Unzählige Aufenthalte in den Partnerstädten zur Kontaktpflege und zum Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen konnte Tollhopf vorweisen. Dabei lagen ihm Menschen aller Generationen am Herzen. Sehr stark engagierte er sich als Französischlehrer an der Geschwister-Scholl-Schule für den Austausch von Jugendlichen.

Unermüdlich im Einsatz

Unermüdlich war er für die Verständigung mit den ausländischen Nachbarn tätig, aber er konnte sich der Unterstützung durch seine Frau und seine drei Kinder immer sicher sein. Konflikte und Probleme kannte er nicht - bei seiner menschlich betonten und weltoffenen Art auch kein Wunder, er fand für alles eine Lösung.

Ehrungen

Für seine großen Verdienste erhielt er das Bundesverdienstkreuz sowie den Verdienstorden des Landes Hessen, der ihm im März des Jahres 2003 von Staatsminister Dieter Posch überreicht wurde. Aus Dank für seine großen Leistungen verlieh ihm der Partnerschaftsverein den Titel des Ehrenvorsitzenden. (bmn)

Trauerfeier und anschließende Beerdigung: am heutigen Freitag ab 13 Uhr, alter Friedhof in Melsungen.

Quelle: HNA

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