Helfensteine als Kulisse: „Wilde Kerle“-Autor dreht Kinofilm am Dörnberg

Machen es sich in ihren Schlafnestern gemütlich: Die Hauptdarsteller Georg Sulzer (hinten) und Samuel Jacob (vorn) während der Dreharbeiten auf dem Hohen Dörnberg. Fotos: Hoffmann

Zierenberg. Acht Mal. Neun Mal. Immer wieder dieser eine Satz: „Jetzt taufe ich dich, Robin V8, zu meinem besten Freund.“ Das Mikrofon, das an einer meterlangen Stange hoch oben in der Luft baumelt, ist in einen dicken Windschutz gehüllt.

Störungsfrei soll es die Dialoge der Schauspieler aufnehmen, die seit zwei Wochen auf den Helfensteinen den Kinofilm „V8² - Die Rache der Nitros“ drehen. Eine echte Herausforderung für das 140-köpfige Team, wenn der Herbstwind mit voller Kraft das Felsmassiv anpustet und sich die Sonne am Himmel einen Kampf mit den dicken Regenwolken liefert.

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„Noch einmal bitte, ohne Schuss“, sagt Regisseur Joachim Masannek, bevor er sich in sein Regiezelt zurückzieht, wo er auf einem Monitor die Bilder der drei Kameras verfolgen kann. „Ruhe bitte, wir drehen.“ Die Klappe fällt, die Anspannung steigt. „Jetzt taufe ich dich, Robin V8, zu meinem besten Freund“, ruft Jungdarsteller Georg Sulzer erneut seinem Kollegen Samuel Jacob entgegen, bevor er ihn aus einer Pumpgun mit einem ordentlichen Strahl Wasser beschießt. Klara Merkel und Maya Lauterbach, Tochter von Heiner Lauterbach, betreten die Szenerie, bis ein lautes „Danke“ die Anspannung bricht. Masannek ist nicht zufrieden: „Man sieht den Wasserstrahl nicht, wir müssen nochmal ran.“

Liebt die Kulisse rund um die Helfensteine: Joachim Masannek.

Kein Problem für die vier Akteure, die längst ein eingespieltes Team sind. Es ist bereits der zweite Film, den sie gemeinsam drehen, Teil eins über die vier Freunde David, Luca, Robin und Kiki nämlich läuft schon nächste Woche in den Kinos an. In „V8 - Du willst der Beste sein“ teilen sie einen Traum: Sie wollen „Die Burg“ meistern, eine legendäre Rennstrecke für Kinder. In der Fortsetzung, die in großen Teilen auf dem Dörnberg entsteht, leben sie zusammen in ihrem Lager, das Masannek auf den Helfensteinen lebendig werden lässt.

Mad Max für Kinder

Eine Feuerstelle, zusätzliche Felsen aus Pappmaschee, Schlafnester aus morschen Ästen und verrosteten Autoteilen, ein alter Hippie-VW-Bus - es ist ein Hauch von Endzeit, der über den Dörnberg weht. „Mad Max für Kinder“, wie Masannek es nennt, „Fantasy im Hier und Jetzt.“

Für seine Protagonisten hat der erfolgreiche Kinderbuchauor, der auch „Die wilden Kerle“ erschaffen hat, diese besondere Welt gebaut, die für einen Kinderfilm ziemlich erwachsen daherkommt.

Bilder der Dreharbeiten

Dreharbeiten am Dörnberg für den Kinofilm „V8² - Die Rache der Nitros“

„Kinder sind die einzigen, die noch erwachsen werden wollen, und dafür brauchen sie einen erwachsenen Ausgangspunkt.“ Den haben sie auf den Helfensteinen gefunden, wo sich für sie das Erwachsenwerden allerdings als ziemlich anstrengend herausstellt. Knapp drei Stunden dauert es, bis die Szene im Kasten ist. Dann ist Schluss, denn länger als drei Stunden dürfen sie nicht arbeiten, das schreibt das Jugendschutzgesetz vor. Sie sind eben doch noch Kinder.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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