Städte im Kreis nutzen Online-Funktion des Personalausweises noch nicht

Kleine Karte mit vielen Möglichkeiten: Der neue Personalausweis (rechts) kann Bürgern auch Wege zum Rathaus ersparen. Die Städte im Kreisteil Melsungen wollen noch abwarten. Archivfoto: dpa

Kreisteil Melsungen. Der neue Personalausweis kann Behördengänge überflüssig machen. Möglich macht dies ein Chip, der als Online-Ausweis dient und die schnelle und fehlerfreie Übernahme der Daten aus dem Personalausweis ermöglicht.

In den Rathäusern im Kreisteil Melsungen werden die damit verbundenen Möglichkeiten aber noch nicht genutzt. „Wir sind erstmal froh, dass wir die Umstellung auf den neuen Perso mittlerweile ganz gut hinbekommen haben und wollen mit weiteren Schritten noch abwarten“, sagt Andrea Holl vom Ordnungsamt Spangenberg. Auch im Melsunger und Felsberger Rathaus hat man noch keine konkreten Pläne, sich die Online-Funktion zu Nutze zu machen, heißt es von Seiten der Ordnungsämter.

In Münster ist das anders. Die westfälische Universitätsstadt gilt zusammen mit der Stadt Hagen als Vorreiter beim Thema digitales Rathaus. Dort setzt man ganz bewusst auf die Möglichkeiten des elektronischen Personalausweises.

Der städtische Eigenbetrieb Citeq, der sich um die elektronische Datenverarbeitung in Schulen und Ämtern kümmert, hat nach Angaben von Karlheinz Werger, Projektleiter E-Government, bei den Münsteranern intensiv für den Online-Einsatz des elektronischen Ausweises geworben und Tipps gegeben. Außerdem sicherte sich die Citeq 50 000 kostenlose Sicherheitssets, die der Bund für die Weitergabe an Interessenten zur Verfügung stellte. Dazu gehören ein Kartenlesegerät, das für die Online-Abwicklung nötig ist, eine Infobroschüre sowie eine DVD mit Hilfsprogrammen für Einsteiger.

Laut Werger haben 50 Prozent der Bürger, die den neuen Personalausweis abholten, die Online-Funktion aktiviert. Einwohner sollen alle elektronischen Verfahren nutzen können, sagt Werger.

In den hiesigen Rathäusern gibt man sich noch reservierter. Man wolle erstmal schauen, wie sich die Online-Nutzung der Ausweise etabliert, so Andrea Holl. Solange bestehe für die kleine Verwaltung auch noch nicht die Notwendigkeit umzustellen. Und das sehen wohl auch dieSpangenberger so. In der Liebenbachstadt haben bisher fast 350 Menschen den neuen Ausweis ausgehändigt bekommen, nur 15 von ihnen haben ihren Ausweis bisher überhaupt für die Online-Nutzung freischalten lassen, schätzt Holl.

Ähnlich sieht es in Melsungen aus – dort würden zwar verhältnismäßig viele Menschen der Online-Freischaltung zustimmen, die wenigsten aber besäßen das notwendige Kartenlesegerät und nutzten die Funktion aktiv, schränkt Renate Ellrich vom Melsunger Bürgerbüro ein. Sie vermutet, dass das auch mit Sicherheitslücken zusammenhängt, die immer mal wieder in den Medien thematisiert wurden. Deshalb fahre man sicher nicht schlecht damit, Erfahrungen abzuwarten, findet auch Martina Schmidt, Ordnungsamtsleiterin der Stadt Felsberg. Wie in Melsungen und Spangenberg gibt es auf der städtischen Homepage aber bereits Formulare und Anträge zum Ausfüllen, die die Bürokratie für Bürger vereinfachen sollen – erste Schritte in Richtung digitales Rathaus.

Quelle: HNA

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