Helfer im Kampf gegen die Sucht - Bundesverdienstmedaille für Erich Eckel

Ausgezeichnet: Erich Eckel erhielt für sein Engagement die Bundesverdienstmedaille. Foto: pdi

Felsberg/Baunatal. So mancher Autofahrer, der trotz eines schweren Alkoholproblems seinen Führerschein wieder bekommen oder den wegen seiner Sucht stark gefährdeten Arbeitsplatz doch noch behalten hat, ist Erich Eckel bis heute dankbar.

Seit mehr als 27 Jahren bietet der heute 73-Jährige als Vorsitzender des Vereins Freundeskreis Baunatal Menschen Beistand, die von der Flasche wegkommen wollen.

Für seine ehrenamtliche Arbeit hat Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke den gebürtigen Witzenhäuser im Magistratssaal des Rathauses mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet.

Hilfe zur Selbsthilfe

„Sie haben mit Elan, Zielstrebigkeit und Kompetenz viel für Baunatal getan“, sagte Lübcke in seiner Laudatio. Eckel habe es vermocht, „die Abwärtsspirale, in die viele Süchtige geraten, zu durchbrechen“, fügte er hinzu.

Eckel, ein gelernter Bierbrauer, der 47 Jahre lang in Felsberg gelebt hat, hatte früher selbst ein Alkoholproblem und stieß 1985 zum Baunataler Freundeskreis, in dem Alkoholkranke versuchen, im Wege der Selbsthilfe abstinent zu werden und zu bleiben. 1993 wurde Eckel zweiter Vorsitzender, seit 1995 leitet er den Verein, der sich zeitweilig um bis zu 200 Betroffene kümmert. Ehrenamtlich organisiert der Baunataler Seminare für Betroffene, die ihre Fahrerlaubnis zurückgewinnen wollen. Eckel hat schon früh Kontakt zum Volkswagenwerk aufgenommen, wo viele der Betroffenen arbeiten. Auch mit anderen Arbeitgebern spricht er, wenn der Job eines Alkoholkranken auf dem Spiel steht. Eckel berät ferner Insassen des Freigängerhauses in Baunatal in Konfliktfällen.

Beistand und Zuwendung für Alkoholkranke und deren Familien seien sehr wichtig, sagte Eckel. Er bedankte sich bei der Stadt Baunatal für deren Unterstützung, die für den Verein überlebenswichtig sei. Im übrigen habe seine Frau Ingrid die Hälfte der Verdienstmedaille verdient, sagte Eckel während der Feierstunde. Er trug sich dann ins Goldene Buch der Stadt ein. (pdi)

Quelle: HNA

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