Helfer vor Ort des Roten Kreuzes: Immer mehr sind im Altkreis im Einsatz

Wolfhager Land. Wenn im Altkreis ein Unfall passiert oder ein Notfall eintritt, rücken neben Rettungswagen und Notarzt oft auch die „Helfer vor Ort" (HvO) des DRK aus. Im Notfall sind sie in wenigen Minuten da.

Diese ehrenamtlichen „Voraus-Helfer“, die im Wolfhager Land immer mehr werden, sind an verschiedenen Stellen stationiert und überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

„Davon profitieren in erster Linie Patienten mit akutem Kreislaufstillstand, bei denen noch keine Reanimationsmaßnahmen erfolgt sind“, heißt es in einer Empfehlung des Hessischen Sozialministeriums. Die erste Helfer-vor-Ort-Gruppe im Altkreis wurde 2001 in Zierenberg eingerichtet, dort beteiligen sich sechs Freiwillige. Inzwischen gibt es auch eine weitere Gruppe in Naumburg mit acht Helfern.

In beiden Kommunen wird der Dienst durch die jeweiligen DRK-Ortsvereine sichergestellt, sagt Thomas Pairan, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter des Deutschen Roten Kreuzes. Pairan sieht in den Helfern vor Ort eine „Art Nachbarschaftshilfe“ und sinnvolle Ergänzung der Rettungskette, aber keine Konkurrenz zum Rettungsdienst.

Die Helfer sollten die Einsatzorte fußläufig oder per Fahrrad erreichen, auch um den Zeitvorteil gegenüber dem Rettungsdienst sinnvoll nutzen zu können. Sie werden parallel zum Rettungsdienst alarmiert, leisten Erste Hilfe, erkunden die Lage und geben Rückmeldung an die Leitstelle. Dadurch können laut Pairan Leben gerettet und auch die „Qualität des Überlebens“ gesteigert werden. Bei einem Sauerstoffstillstand etwa könnten fünf Minuten früherer Beatmung durch einen Helfer vor Ort dazu führen, dass der Patient keine Folgeschäden erleidet.

2013 wurden die Helfer des DRK Naumburg laut Bereitschaftsleiter Timo Jassmann etwa einmal pro Woche alarmiert. (akl)

Das sagt das DRK:

Das DRK Naumburg hat acht Helfer vor Ort (HvO). Sie verteilen sich die Stadt und die Ortsteile. Bereitschaftsleiter Timo Jassmann ist ebenfalls vom HvO-System überzeugt und sagt: „Die Freiwilligen stehen dabei in einem sehr interessanten Betätigungsfeld, wofür sie die Ausbildung gemacht haben.“ Hinzu komme, dass die Menschen, denen geholfen wurde, sehr dankbar seien.

Ein weiterer Aspekt sei die Tatsache, dass entstehende Kosten, etwa durch Verbandsmaterial, Sauerstoff oder ähnliches, weder dem Patienten noch dessen Krankenkasse in Rechnung gestellt werden, ergänzt Jassmann. Das Helfer-vor-Ort-System finanziere sich ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Timo Jassmann und Thomas Pairan hoffen deshalb auch darauf, dass viele Menschen aus dem Wolfhager Land das DRK unterstützen, ganz gleich, ob mit einer Spende oder als aktives Mitglied.

Pairan: „Neben medizinischen Folgeschäden, die durch die HvO verhindert werden können, spielt auch der wirtschaftliche Faktor eine Rolle.“ Denn in einigen Fällen könnten Pflegefälle infolge medizinischer Notfällen durch die Helfer vor Ort vermieden werden. (uli)

Kontakt: DRK Kassel-Wolfhagen, Tel. 05692/99400 oder www.drk-kassel.de

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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