Ehrenamtliche Hospizbegleiterin aus Rörshain unterstützt Schwerstkranke

Hella Dirlam erfüllt letzte Wünsche

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Schenkt Menschen in der letzten Lebensphase ihre Zeit: Hella Dirlam ist eine der ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen der ambulanten Hospizarbeit im Kirchenkreis Ziegenhain. 

Schwalmstadt. Vor zehn Jahren gründeten engagierte Ehrenamtliche die Hospizgruppe Treysa, um schwer kranke und sterbende Menschen in ihrer letzten Lebenszeit zu begleiten. Seit mehr als sechs Jahren ist Hella Dirlam Teil des Teams. 

 „Ich habe den Tod als Kind sehr prägend erfahren, als innerhalb kurzer Zeit nicht nur meine Großeltern, sondern auch mein Vater starb“, erklärt die Rentnerin ihre Motivation, sich in der ambulanten Hospizarbeit zu engagieren.

In einem Qualifizierungskurs lernte sie viel über sich und die Hospizidee kennen. „Ich habe mich immer schon vorher auf die Ausbildungsabende gefreut, weil wir in guter und herzlicher Atmosphäre miteinander gelernt haben“, sagt die Ehrenamtliche.

Und auch nach der Ausbildung trifft sie sich regelmäßig mit ihrer Gruppe, um sich auszutauschen oder Fortbildungen zu absolvieren. In den vergangenen sechs Jahren hat Dirlam mehrere Menschen in ihrer letzten Lebenszeit begleitet. „Ich sage bewusst nicht Sterbebegleitung, denn die Menschen leben ja noch“, verdeutlicht die 70-Jährige. „Wir lachen auch oft miteinander.“

Kein festes Schema

Da jeder Mensch ein Individuum sei, sei auch jede Hospizbegleitung einzigartig. Es gibt kein Schema F. Hella Dirlam schaut, was dem Menschen in seiner letzten Lebensphase gut tut.

Das kann ein Spaziergang ebenso sein wie regelmäßiges Vorlesen oder gemeinsames Singen. „Vor allem Ältere singen häufig mit, auch wenn sie sonst gar nicht mehr reden“, hat die Rentnerin beobachtet.

Schön sei es, wenn die Hospizbegleitung nicht erst in den letzten Lebenstagen beginne, sondern schon deutlich früher, sagt Dirlam. „Wenn wir noch Gespräche führen können, erleichtert es die letzte Phase sehr, da wir wissen, was dem Menschen lieb und wichtig ist“, erklärt die erfahrene Hospizbegleiterin.

Früher an Gruppe wenden

Sie wünsche sich, dass sich die Verantwortlichen der Altenheime und des Krankenhauses früher an die Hospizgruppe wendeten, um Begleitungen in der letzten Lebensphase zu organisieren.

„Ich werde oft gefragt, ob wir erst in der finalen Phase kommen, und ich sage dann, Nein, ruft uns lieber früher als später.“

Eine längere Begleitung sei zum einen für den kranken Menschen hilfreich, und entlaste zum anderen auch die Angehörigen, ist die Hospizbegleiterin überzeugt.

„Solange es mir gut geht, werde ich weiter in der Hospizgruppe mitarbeiten, denn ich helfe gern demjenigen, der einen Menschen in seiner letzten Lebensphase braucht“, sagte Hella Dirlam.

Zur Person: 

Hella Dirlam ist 70 Jahre alt, Rentnerin und verheiratet. Sie hat vier Kinder und sechs Enkelkinder. Mit ihrem Mann lebt sie in Rörshain. 

Hintergrund: 

Die ambulante Hospizarbeit im Kirchenkreis Ziegenhain bietet einen Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter an. Und zwar vom 11. August bis 24. März. Der Kurs findet an Wochenenden und Dienstagabenden statt und gliedert sich in Grundkurs, Praktikumsphase und Vertiefungskurs.

 • Info: Hospizkoordinatorin Christine-Ann Raesch, Tel. 0 66 91/9 21 02 72 oder 0 17 6/41 88 24 80

Quelle: HNA

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