140 Gäste aus Kirche, Wirtschaft und Politik trafen sich zum Jahresempfang

Hephata gab Ausblicke

Willkommen: Peter Göbel-Braun, Dr. Walter Lübcke, Prof. Dr. Gerhard Wegner, Barbara Eschen, Dr. Harald Clausen und Klaus Dieter Horchen (von links) bei der Begrüßung am Freitagmittag in der Hephata Kirche. Foto: Rose

Treysa. MitMenschen aktiv – Vielfalt leben: So heißt das neue Jahresmotto des Diakoniezentrums Hephata, das beim Jahresempfang in der Hephata-Kirche vorgestellt wurde. Am Freitag jährte sich das Gründungsdatum der Einrichtung zum 110. Mal. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Gerhard Wegner, Direktor des sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland.

„Vielfalt leben – das hört sich irgendwie gemütlich an. Und das ist gut so“, erklärte Hephata-Direktorin Barbara Eschen. Gleichwohl stecke dahinter eine große Aufgabe: „Nämlich mit Menschen gleichwertig und offen zu kommunizieren – ohne das eine Bewertung einhergeht“, sagte die Theologin.

Immer mehr Menschen mit Behinderungen lebten bereits außerhalb des Geländes, verdeutlichte auch Prof. Dr. Gerhard Wegner: „Deshalb werden in Zukunft Kooperationen in der Unterstützung notwendig sein. Diese Aufgabe geht nicht nur die Gemeinden an, sondern jeden.“ Nicht ausgrenzen, sondern begleiten und integrieren sei das Ziel. „Hier spreche ich von Barrierefreiheit – auch im mentalen Sinne“, sagte Wegner.

Die Vision sei ein Zusammenleben, in dem auf Ausschließung und Ausgrenzung verzichtet werde. Menschen mit Behinderungen ein Leben voller Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen, sei kürzlich in einer UN-Resolution zugrunde gelegt worden. Um kleinere Betreuungseinrichtungen in die Stadtteile und die Dörfer zu integrieren, plant Hephata bis zu 300 von insgesamt 486 Wohnplätzen zu dezentralisieren.

Veränderte Anforderungen

Damit würden sich auch die Anforderungen für die sozialpädagogischen Fachkräfte verändern. „Das Leben im Heim bietet Schutz und Stabilität. Außerhalb gibt es Risiken, die von Bewohner und Betreuer gemeinsam bewältigt werden müssen“, erklärte der Theologe. Doch Gefahren und Krisen dürften einem freien, selbstbestimmten Menschen nicht vorenthalten werden. Hier seien auch die Gemeinden gefordert: „Ich wünsche mir Prozesse der Einbeziehung“, sagte Wegner. Dabei denke er an den Zugang zu Vereinen oder Kirchengemeinden.

Kontakte gebe es schon, einige sogar recht lange, erklärte Eschen. Unter anderem im Bereich Tischtennis und Kanu, auf kirchlicher Ebene bei Konfirmandenprojekt. „Die Menschen müssen willkommen sein. Nur dann können die Sonderwelten Stück für Stück aufgelöst werden. Dazu braucht es Unterstützung und Sicherheiten – nicht zuletzt durch Freundlichkeit“, sagte Wegner.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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