Ein Treffpunkt für Kulturen

Hephata hatte zum Begegnungsfest ins Treysaer Naturlehrgebiet eingeladen

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Genossen das gemeinsame Essen unter freiem Himmel: von links Gerd Grabowski, Karlheinz Schwunk, Daniel Weldeghebriel, Bereket Zebretasa, Elisabeth Magenfeld und Niki Loderhose. 

Treysa. Trommelklänge erfüllten am 25. Mai das Areal des Naturlehrgebiets in Treysa: Organisiert wurde das Begegnungsfest von der Berufshilfe der Hephata Diakonie in Zusammenhang mit dem Projekt „Jugend stärken im Quartier“, das vom Europäischen Sozialfonds finanziert wird.

Im Mittelpunkt des Projektes stehen Mikroprojekte für Jugendliche und junge Erwachsene, um erfolgreich Weichen für Schulausbildung oder Ausbildung zu stellen, erklärte der Bereichsleiter der Berufshilfe Lothar Eberhardt.

Zum Fest eingeladen waren alle Partner, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, darunter Vertreter des Arbeitsamtes, der Stadt, aus Vereinen und Verbänden und natürlich Menschen, die versuchen, in der Schwalm eine neue Heimat zu finden. Leider fanden nur recht wenige Gäste den Weg auf das Gelände – die Organisatoren hatten bei ihrer Planung nicht bedacht, dass die Muslime aktuell den Fastenmonat Ramadan begehen.

Vorbereitet hatten das Fest Fritz Gatzke und Benedikt Merz von der Berufshilfe: „Wir wollten in lockerer Atmosphäre alle Akteure an einen Tisch bringen“, erklärten sie. Bei landestypischen Speisen und Pizzabrötchen aus dem eigenen Lehmbackofen kamen die Menschen miteinander ins Gespräch. Eine der Projektgruppen, die Trommler, unterhielten unter der Leitung von Herbert Wölfel aus Sachsenhausen die Gäste. Sie üben seit einigen Monaten regelmäßig im Naturlehrgebiet.

Wie lange die Idylle wohl noch erhalten bleibt, war natürlich auch Thema. Seit Längerem gibt es Gespräche zwischen der Stadt und einem Investor: „Es wäre eine Schande, wenn dieser Ort hier verschwindet“, sagten Gerd Grabowski von der Jugendhilfe und seinerzeit Mitinitiator des Gebietes und Karlheinz Schwunk. Elisabeth Magenfeld und Niki Loderhose erklärten, dass das Areal unbedingt regelmäßig für alle Schwalmstädter geöffnet werden müsse: „Als Treffpunkt für Familien, mit Kinderspielplatz oder Ähnlichem.“

Frauke Brüggemann-Ebener, die sich als Patin ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagiert, freute sich über den Besuch von Meriem Muhamad Adem und ihrem Söhnchen Bassam. Seit etwas mehr als einem Jahr leben Daniel Weldeghebriel und Bereket Zebretasa aus Eritrea in der Schwalm. Sie haben sich dem Trommelprojekt angeschlossen: „Hier lernen wir nicht nur Leute kennen, sondern eben auch etwas besser die deutsche Sprache“, erzählten die jungen Männer.

Quelle: HNA

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