Einrichtung prüfte Krankenakten – Verdacht auf Medikamentengabe bestätigte sich nicht

Hephata: Kein Hinweis auf Tests an Heimkindern

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Im November hatte Hephata mitgeteilt, dass es dort möglicherweise in den 1950er-Jahren Medikamententests gegeben habe: Das bestätigt sich nach hausinternen Recherchen nicht.

Treysa. Die Prüfung von mehreren hundert Krankenakten aus dem Archiv der Hephata Diakonie hat keinen Hinweis auf einen möglichen Medikamententest an Heimkindern ergeben.

Das teilt die Hephata-Diakonie mit. Auch im Archiv des Pharmaherstellers Merck gebe es keinen Beleg für eine Bestellung von Test-Präparaten durch eine Hephata-Ärztin oder gar für eine in Hephata durchgeführte Studie.

Angestoßen hatte die Recherchen ein wissenschaftlicher Aufsatz der Pharmazeutin Sylvia Wagner über Medikamententests an Heimkindern in den 1950er- bis 1970er-Jahren. In ihrem Quellenverzeichnis hatte Wagner neben etlichen anderen Heimen, Kliniken und Ärzten die Stichworte „Hephata, Treysa“ genannt, die sie in einem Dokument im Archiv der Firma Merck entdeckt hatte. Auch eine nochmalige Durchsicht aller Akten zum Medikament Decentan im Archiv der Firma Merck hat keine neuen Hinweise zu Tage gebracht. „Die Firma Merck hat uns zweimal bereitwillig Einsicht in alle vorhandenen Dokumente gewährt, wofür wir sehr dankbar sind“, betont Dietrich-Gibhardt. Auch Sylvia Wagner habe die Hephata Diakonie bei den weiteren Recherchen durch Tipps und Hintergrundinformationen unterstützt.

Auf einen Aufruf hätten sich elf Personen gemeldet. Die Kontakte mit denjenigen Personen, die in Hephata lebten, brachten keine Hinweise auf einen Medikamententest.

„Der Einladung zu einer Anhörung zu diesem Thema am 9. März im hessischen Landtag folge ich gerne“, erklärt Dietrich-Gibhardt. (syg)

Quelle: HNA

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