Regionen müssen Plan für fünf Jahre aufstellen

Auftakt zum neuen Leader-Programm: „Her mit schicken Ideen“

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Drei Damen wollen, dass die Leader-Regionen wieder blühen: Sonja Pauly, Regionalmanagerin der Leader-Region Schwalmaue. Dr. Brigitte Buhse, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Knüllgebiet , und Marion Karmann, Regionalmanagerin der Zweckverbandes Mittleres Fuldatal.

Schwalm-Eder. Wer im Moment Geld von der EU haben möchte, um eine Pension im Knüll zu eröffnen oder vielleicht eine Reitschule im Nordkreis, der muss noch ein wenig warten – jedenfalls, wenn er dafür Geld aus dem Leader-Programm haben möchte.

Im Moment gibt es keinen Zuschuss aus dem Topf der Europäischen Union für Leader-Mittel. Das Programm wird neu aufgelegt und die Regionen müssen sich wieder bewerben.

Dafür sammeln sie zurzeit Ideen und brauchen noch Mitstreiter. Deshalb laden die fünf Leader-Regionen im Schwalm-Eder-Kreis zum Auftakt ein.

Das Programm soll das Leben auf dem Land stärken, Dörfer erhalten und Arbeitsplätze schaffen. Wegen der rasanten demografischen Entwicklung sei die Entwicklung weiter stark gefährdet, sagte Dr. Brigitte Buhse, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Knüllgebiet. Der Druck sei wegen des fortschreitenden Bevölkerungsschwundes größer als die Jahre zuvor.

„Wir verteilen sechs Millionen.“

Für sie ist es daher äußerst wahrscheinlich, dass die fünf Regionen die Ausschreibungen wieder bekommen werden. Jede Region könne dann für die nächsten fünf Jahre von 2015 bis 2020 je zwei Millionen Euro verteilen. Sonja Pauly von der Region Schwalmaue sagte daher beim Blick in die Runde: „Hier sitzen sechs Millionen.

Dafür müsse nun erst einmal herausgefunden werden, wo der Schuh in der Region drückt. Schwerpunkte blieben aber weiter die Themen Tourismus, Bildung und Qualifizierung, sowie die Grundversorgung in den Städten und Dörfern.

Auch für Ärzte gebe es inzwischen Förderungen. „Wer eine schicke Idee hat, der kann sich bewerben“, sagte Marion Karmann. Das betreffe alle. „Wir wünschen uns, dass sich die Menschen aus Vereinen und Verbänden begeistern und Vorschläge machen.“

Überhaupt sei der private Anteil größer als man denke, und das lohne sich. „Es gibt für Existenzgründungen etwa bis zu 30.000 Euro Zuschuss. Bei Kommunen sind es bis zu 150.000 Euro.

„In der Schwalm wurden in den vergangenen Jahren 60 Prozent des Geldes aus der Förderung an private Vorhaben vergeben“, sagt sie. Oft seien es die Kommunen, die das Geld beantragten.

Radweg und Elternschule

Die Beschilderung des Bahnradwegs zwischen Oberaula und Ziegenhain gehört dazu, der Umbau der Grundschule in Oberaula zum Gesundheitszentrum sowie der Gemeinschaftsladen in Schwarzenborn – dort steckt EU-Geld drin. Projekte wie die Energieberatung in der Schwalm und die Elternschule in Felsberg reihen sich ein. Die Dimensionen: sieben bis acht Millionen Euro flossen seit 1991 in die Regionen Knüll, Schwalm und Melsungen. „Wir fangen nicht bei Null an“, sagte Karmann.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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